23.12.10

WWW-Girl bei der Mädchenmannschaft

Da habe ich mich sehr gefreut, als ich gefragt wurde, ob ich Teil der Serie "WWW-Girl" der Mädchenmannschaft sein will, denn ich bin Fan von denen. Nun habe ich ein paar Fragen zum Bloggen beantwortet, bei denen mir die Ergänzung der Aussage "Frauen im Web sind..." besonders schwer fiel. Ich habe mich dann rausgewunden mit einem Zitat der Band Wir sind Helden: "...gekommen um zu bleiben". Eine andere Idee war "Frauen im Web drücken sich vor der Hausarbeit" oder "Frauen im Web überbrücken so die Zeit bis ihr Nagellack trocken ist", aber Ironie ist ja bekanntlich so eine Sache im Web. Was ich besonders mag an diesem WWW-Girl-Fragebogen ist, dass nichts gekürzt, verändert oder umgestellt wird, die Worte kommen genauso ins Netz, wie Du sie formuliert hast- eine journalistische Goldmedaille für die Mädchenmannschaft! Hier geht´s zu meiner Vorstellung. Foto: ollily

16.12.10

Zimmer Frei!

Diesen Sonntag (19.12.) bei Zimmer Frei! zu Gast: die bezaubernde Schauspielerin Alexandra Maria Lara. 22.15 Uhr WDR Fernsehen.

15.12.10

Master of disaster

So, Heute will ich Euch mal kurz erzählen, was es für ein Aufwand ist, ein Buch aus der Universitäts-und Stadtbibliothek Köln auszuleihen: Bücher kann man dort nicht einfach aus dem Regal nehmen, das geht nur im Lesesaal, wo sie aber auch bleiben müssen. Die ausleihbaren Bücher müssen online (oder per Zettel) bestellt werden. Eigentlich kein Problem. Wegen der Baumaßnahmen dauert es etwa drei Werktage, bis das gewünschte Buch im Abholregal bereit liegt. Früher gab es einen Schalter, mit netten Mitarbeitern, die einem die Bücher ausgehändigt haben. Nun muss man danach suchen. Aber im Abholbereich sind Taschen und Jacken nicht erlaubt, also muss man seine Sachen einschließen, wegen der Diebstahlgefahr. Die Schließfächer, um seine Sachen einzuschließen, sind aber begrenzt und werden meistens von Kommilitonen genutzt, die den ganzen Tag im Lesesaal sitzen. Hat man also etwa zehn Minuten auf ein freies Fach gewartet, läuft man eine lange Schleuse entlang zum Abholbereich. Dort liegen eine Menge Bücher, aber man findet seins relativ schnell, dafür studiert man schließlich. Nun muss man das Buch einscannen, damit es als entliehen gilt, dafür sind drei Computer vorgesehen- Warteschlange vorprogrammiert. Jedes Mal wird ein Passwort abgefragt, der Touchscreen funktioniert schleppend. Hat man sein Buch endlich, geht es einen langen Weg zurück zum Schließfach, vor dem schon der nächste Abholer sehnsüchtig wartet. Nach 20 Minuten bin ich unglaublich genervt- wo ist das Abholregal der guten Laune?

5.12.10

Eine Kugel Schnee mit Sahne

... gegen Kälte hilft nur Phantasie. Ich stelle mir Heute vor, ich liege am Strand. Und Ihr so? Happy zweiten Advent allerseits!

26.11.10

Zimmer Frei!

Diesen Sonntag (28.11.) freue ich mich ganz besonders auf Zimmer Frei! Denn zu Gast ist der Mann für elektronische Tanzmusik, der das zweitgrößte Lufthansa-Meilenkonto überhaupt besitzt: der weltberühmte DJ Paul van Dyk! Wie immer 22.15 Uhr im WDR Fernsehen.

Nachtrag: dieses Mal als Bonus eine kleine Bildergalerie

24.11.10

Ausstellung

Falls Ihr demnächst zufällig in Wittenberg (100 km von Berlin entfernt) seid und Euch für Kleidermode interessiert, möchte ich Euch die Ausstellung "Evas neue Kleider- Das Kleid als Kunstwerk, Mode des 18. bis 21. Jahrhunderts" in der Cranach-Stiftung ans Herz legen. Gezeigt werden Kleider aus der Sammlung August Ohm, darunter Yves Saint Laurent und Hubert de Givenchy, ausgewählte Gemälde und, als aktueller Bruch, Fotos von meinem streetstyle blog Kleiderköln. In diese illustre Runde reihe ich mich natürlich sehr gerne ein und bin gespannt auf die Umsetzung vor Ort! Leider bin ich bei der Vernissage nicht anwesend, aber zum Glück läuft die Ausstellung bis zum 27.02.11, so dass ich Anfang nächsten Jahres mit einem Berlinbesuch die Cranach Höfe verbinden werde. Vernissage: Freitag, 26.11.10 um 19 Uhr, Cranach-Haus, Markt 4. Öffnungszeiten: Di.-Sa. 10-17 Uhr, So. und Feiertags 13-17 Uhr.

12.11.10

Zimmer Frei!

Diesen Sonntag (14.11.) 22.15 Uhr im WDR Fernsehen: Zimmer Frei! Mit Tagesschausprecherin Judith Rakers.

Nachtrag: das zweite kleine Interview aus meiner Garderobe ist jetzt hier online.

11.11.10

Ingrid Steeger + Old Spice = winning team

4.11.10

Zimmer Frei!

Diesen Sonntag (07.11.) 22.15 Uhr im WDR Fernsehen: Zimmer Frei! Mit der "Tatort"-Schauspielerin Tessa Mittelstaedt.

Nachtrag: mein erstes Interview bei Zimmer Frei ist hier online!

22.10.10

punks not dead

The Clash und die Sex Pistols kennt jeder. Mit dem Sänger von letztgenannten war Ari Up´s Mutter Nora liiert. Von Ari Up und ihrer Band The Slits habe ich erst durch ihren Tod von vor zwei Tagen erfahren. Viel zu spät, denn ich steh auf Frauenbands. R.I.P.

4.10.10

Neulich im Wald

...war es endlich mal wieder soweit: ein Moment, von dem ich wusste, er ist nicht einzufangen, mit keiner Fotokamera, keiner Filmkamera. Dennoch haben wir das Naturschauspiel sogleich mit einer Kulisse verglichen, die Sonne als Scheinwerfer, Tiere als Akteure, raschelnde Blätter und der plätschernde Fluss als Soundtrack, wilde Blumen als Requisite. Und ich hatte nichts besseres zu tun, als doch ein Bild zu machen mit dem iPhone. Trostlos gegen das Urbild. Aber immerhin: den Orientierungssinn, den haben wir ganz ohne Navigationssystem eingeschaltet.

1.10.10

Stuttgart 21

Wenn Kinder und Jugendliche im öffentlichen Leben unerwünscht sind, ist es kein Wunder, dass es immer weniger von ihnen gibt.

28.9.10

Hochmut kommt vor dem Fall

27.9.10

Moderne Zeiten

... ist ja auch eine wunderschöne Liebesgeschichte! Wie sie immer wieder vor dem Gefängnis auf ihn wartet und er mit ihr überall hin flüchten würde. Und sind sie einmal getrennt, verfallen sie nicht in verklärte Sehnsucht, sondern sind umso freudiger, wenn sie sich wieder sehen.

Foto: Dr. Macro

25.9.10

Die art

Gegenstände ohne Nutzen, die so einmalig sind, dass sie unvertauschbar sich zeigen, daher keinen Wert besitzen. Die zwar auf dem Markt einen Preis haben, der aber ganz und gar willkürlich ist, das sind Kunstwerke. Der Umgang mit ihnen ist frei von Brauchen und Gebrauchen. Kunstwerke sind die beständigsten und darum die weltlichsten aller Dinge.

(Paraphrasiert nach: Hannah Arendt Vita activa)
Installation: artelisa

24.9.10

El día del café

Heute ist "Tag des Kaffees" und daher stelle ich Euch meine drei liebsten Koffeinstationen in Köln vor. Das meiste Geld, das bei mir so neben den Fixkosten übrig bleibt, landet in der Gastronomie- für ein Käffchen bin ich immer zu haben, obwohl das Kaffeetrinken ja ein bisschen so ist, als würde man bei H+M einkaufen gehen: die Bedingungen der Bohnenherstellung will man so genau gar nicht kennen. Aber an dieser Stelle soll nun Genuss im Vordergrund stehen, nicht das Interieur oder die Törtchen, sondern nur der Kaffee, so denn: Platz 1: Barista Glücklicherweise in Uninähe, auf der Kyffhäuserstraße, eine schräge Parallelstraße zur Zülpicherstraße. Inhaber Fabio de Nittis ist ein echter "Barista", sowas wie ein Cocktailmixer für Kaffee, daher bastelt er gerne an den Milchschaum-Kreationen wie Ihr auf dem ersten Bild sehen könnt. Die Bohnen werden aus der Kölner Kaffeerösterei Schamong bezogen und es gibt Sojamilch und laktosefreie Milch, falls gewünscht. Neben frischer Pasta und leckerer Pizza versprüht der Laden echtes dolce vita, aber zum Glück merkt das Personal auch, wenn man mal weniger Lust auf Smalltalk hat. Platz 2: Royal Cupcakes in der Alten Wallgasse, gegenüber von Törtchen Törtchen und neben American Apparel. Die haben Julius Meinl Kaffee und ich könnte dahinschmelzen! (Egal, in was für Skandale das Haus Meinl verwickelt ist, ein bisschen Wiener Charme fühlt sich gut an am Rhein). Neben all den bunten Cupcakes (Bild 2) geht der Kaffee ein wenig unter, ist aber wirklich zu empfehlen. Platz 3: Espresso perfetto Kolumbastraße 8, um die Ecke von Manufactum. Hier gibt es gleich alles zum Mitnehmen (Bild 3): Kaffee, Bohnen oder gemahlen, Maschinen und Zubehör oder eben auch einfach einen leckeren Espresso, der lässt sogar für einen Moment den Blick auf die Nord-Süd-Fahrt vergessen. Also, habt einen schönen Kaffeetag!

20.9.10

Weiblich und in Köln? Dann GEWINNE!

Ein neuer "Trend" "swapt" nach Deutschland: "Swap in the City"- Tauschen statt kaufen. Am kommenden Sonntag, 26.09.10 findet in der Zeit von 16-21 Uhr im Deutschen Sport und Olympia Museum in Köln am Rhein der Tauschring Deluxe statt. Und das läuft folgendermaßen: bringe 3-10 ungetragene bis sehr gut erhaltene Kleidungsstücke mit, dafür erhältst Du "Swap Credit Points" (hach, wär´ das in der Uni auch so einfach...), dann geht´s erstmal zum Verwöhnprogramm: Haarstyling, Make-Up, Maniküre, Massagen, Snacks, Mojitos und eine fette Goodie-bag sind im Preis von 17,50 € enthalten. Eure Partner an diesem Abend sind u.a. L´Oréal, Toni&Guy, Hallhuber, Dove, Weleda und Havana Club- Männer müssen leider draußen warten. Center TV und RTL werden auch da sein. Das Event wird präsentiert von der Zeitschrift Freundin, die vor Ort ein Shooting organisiert mit Euch, so Ihr mögt, als fiktives Cover. Wenn Ihr Euch gestärkt und getuscht habt, geht es ans Tauschen: Ihr könnt Eure Creditpoints gegen die Klamotten eintauschen, die die rund 700 anderen Frauen dort zur Verfügung gestellt haben. Alle weiteren Informationen findet Ihr auf der Internetseite, bei Facebook und bei Twitter. So und hier könnt Ihr nun 3x 2 Tickets für dieses Event gewinnen: einfach einen Kommentar mit einer gültigen Email-Adresse hinterlassen, außerdem volljährig sein. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ausgelost wird am Mittwoch, 22.09.10 um 17 Uhr, damit die Tickets noch rechtzeitig bei Euch ankommen, also schnell! Viel Glück!

EDIT: Ende des Gewinnspiels! Gewonnen haben Celia, sweetness und Nic- herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Tauschrausch! An die anderen: vielen Dank für´s Mitmachen, wenn Ihr dennoch an dem Event teilnehmen wollte, gibt es hier noch Karten zu kaufen.

17.9.10

Lass uns bis Hollywood schaukeln

Ich mag Hollywoodschaukeln.

Foto: asupo
aufgenommen 1966 in Kassel.

16.9.10

Mobbing against Blogger (vs. "Blogger against Mobbing"...)

...gegen das Anbiedern auf blogs ;O)

Fotoquelle: yatego

15.9.10

Jetzt hätte ich Lust mit einem Kontrabass zu tanzen

14.9.10

Laut MensHealth Community: "Assistentin Nina" als prominente Vegetarierin!

Ich möchte nicht auf den psychologischen Hintergrund oder die narzisstischen Schwingungen eingehen, aber manchmal googelt man sein blog selbst. Dabei habe ich eine entzückende Feststellung gemacht: in der MensHealth Community "Alles was Männer interessiert" wird unter der Rubrik "Prominente Vegetarier" von user klötti auf mich als "Assistentin Nina" von ZimmerFrei aufmerksam gemacht, genauer auf meinen Eintrag zum Vegetarismus, der sogar bei ihm als "Antivegetarier Spuren hinterlassen hat". Dieser kleine Kommentar freut mich im doppelten Sinn: als Vegetarierin genannt und gleichzeitig ernst genommen zu werden.

Foto: Sabrina Dicken (moodshots)

13.9.10

Ab Morgen: CIRCUS the bloggers´ bookazine #1 Fashion

Oh, da hab ich mich aber gefreut über das Präsent von Schaulaufen! Die haben nämlich nach einem Namen für eine Kategorie männlicher Modeblogger gefragt und da ihnen meine Vorschläge gefielen, durfte ich das CIRCUS bookazine im Briefkasten vorfinden! Da Modeblogger ja oberflächlich sind, erstmal zur Optik: schönes Format, Papier, Schrifttyp, Layout- alles zeitgemäß und angenehm anzusehen. Weiter: mir als Englischbanause gefällt die Zweisprachigkeit der Texte- so lernt es sich doch gleich viel schicker und sogar ein spanischer Text ist abgedruckt, der meinen Vokabelschatz auffrischt. Die Artikel sind mit Fußnoten versehen und arbeiten mit Quellenangaben, was von einer umfassenden Recherche zeugt und ernster lesen lässt. Nun zum Charakter: besonders gefallen haben mir die Artikel "Die Katze im Sack- Einkaufen mit einer Blinden" der ohne pädagogischen Ton auskommt, dann "Brautkleid bleibt Brautkleid und Bauhaus bleibt Bauhaus" der dazu rät, Kleider nicht gleich mit Treppen zu vergleichen und "Stilvoll gen Mekka" wo endlich mal eine Kopftuchträgerin (hijabstyle) selbst zu Wort kommt. Die Worte der Blogger in gedruckter Form sind auch eine Inspiration für den Reader: neben bekannten blogs wie blica oder bees and ballons habe ich für mich noch karoslifeinfashion und carmenrueter entdeckt. Das Circus-Team sitzt nicht in Berlin, sondern in Darmstadt und scheint eine gesunde Selbstironie mitzubringen: ein Pizzabote dachte, ihr Verlag Herznote (dufter Name!) würde "Hetz Nutte" heißen... Ich mag diesen internationalen Flair von "Fashion", aber Circus zeigt, dass Mode eben auch vor der Haustür stattfindet, beispielsweise mit dem interessanten Artikel über die Modezeitschriften der ehemaligen DDR die schon damals "ohne Models" auskamen. Fazit: für alle die sich davon überzeugen wollen, dass Blogger schreiben können und nicht nur fremde Fotos hochladen und für Blogger und Modeliebhaber selbst ein Stück "Zeitgeist". Ab Morgen online zu bestellen oder hier zu kaufen. Für 14 € bekommt man ein 350 Seiten starkes Bookazine.

12.9.10

I love Elfi Ömmel und Edna Übel!

9.9.10

Wochenendtipp Köln

Auf, auf! Bevor die Open-Air-Saison vorbei ist, geht´s dieses Wochenende (10.-12.09.) nochmal ins Odonien. Das Areal von Bildhauer Odo Rumpf gehört für mich zu den wenigen Kölner Örtlichkeiten, die ein bisschen Großstadtflair versprühen. Ab Morgen startet dort zum 3. Mal das Kunstfestival Robodonien. Mit Robotern kann vielleicht nicht jeder was anfangen und die Science-Fiction-Szene wird ja auch gern mal belächelt, aber "brennende Eissäulen, kinetische Kunstwerke, Lichtinstallationen und Tanzperformance" hören sich vielversprechend an. Wer den Film MicMacs gesehen hat, so stelle ich mir die Atmosphäre vor: trotz kaltem Stahl in Sepia getaucht. Party gibt´s auch: Freitag Abend elektrisch, mit der Tanzreihe Rheinfeuern und am Samstag mit Balkan Beats, Ska und Reggae der Partyreihe subculturo. Zum Abschluss gibt´s am Sonntag Nachmittag Kaffee und Kuchen mit Robotern und wer den Film Moon gesehen hat, kann sich vorstellen, das wird lustig!

8.9.10

Filmmusik, die im Kopf blieb:

7.9.10

Dingwelt

Und auf einmal gewinnen Gegenstände an Bedeutung: diese Wimperntusche hat bereits eine kleine Weltreise hinter sich gebracht. Als ich einmal wegen unglücklicher Umstände viel länger als geplant in der Heimat geblieben bin, habe ich den Mascara von einer Freundin geschenkt bekommen. Quasi, damit die Tränen schnell trocknen und ich wieder ein bisschen Farbe in mein Leben bringe. Danach verweilte die schwarze Bürste auf einer Mittelmeerinsel, wo der Mann, mit dem ich damals verweilte, ein Apartment hatte. In einer kleinen antiken Truhe neben dem Bett lag der Mascara zwischen meinem Schmuck und wurde abends in die Strandbar ausgeführt. Zurück in Deutschland, neuer Mann. Der Mascara hatte es sich in der schönen Wohnung meines neuen Freundes gemütlich gemacht und zwar in einem bunten Täschchen, das mir eine Freundin aus Argentinien mitgebracht hatte. Zum Sonntagsfrühstück im Café konnte ich so schnell die Feierei vom Vorabend vertuschen. Nach einer dieser berühmten Übergaben ist der Mascara wieder bei mir Zuhause und steht in einer alten Olivendose mit seinen Kumpels Concealer und Kajal. Ich hoffe, er hält noch ein wenig. Vielleicht geht er ja auch mal wieder auf Reisen. Ich mag das, wenn man ein Gespür für die Dinge hat, die einen umgeben oder die man aufträgt. Man muss ja nicht gleich wie ich Gefühle dafür entwickeln, aber bewusst wahrnehmen, was einen so umgibt und vielleicht auch warum.

2.9.10

Von Spar

Irgendjemand hat mir mal gesagt, ich solle mir Von Spar anhören. Es muss auf einer Party gewesen sein, denn ich erinnere mich nicht mehr an die Situation. Wie auch immer, als Lokalpatriotin widme ich den Herren aus Köln einen Eintrag ins blogbuch. Ich mag das was die machen. Sie erfinden nicht das Rad der elektronischen Musik neu, aber pusten frische Luft in alte Schläuche. Soundtrackske Musik ist ohnehin prima zum Phantasie spielen. Warum sie sich wohl Von Spar nennen? In Köln Mülheim gibt es eine Straßenbahnhaltestation namens Von-Sparr-Straße. Da musste ich als Lokaljournalistin mal aussteigen und mir war mulmig zumute, so mulmig, dass ich das iPhone lieber in der Tasche ließ und ganz klassisch nach der Straße suchte- schnellen Schrittes. Die Von-Sparr-Straße ist nach dem Freiherrn Otto aus dem 17. Jahrhundert benannt. In diesem Sinn erinnert mich Von Spar an Franz Ferdinand, also nicht musikalisch, sondern namentlich. Aber egal, hört selbst:

kommen und gehen

Alles kommt und geht, wie das Leben selbst. Die Jahreszeiten, das Geld, die Arbeit, Freunde, Tag und Nacht. Menschlich ist es da, gegen Unbeständigkeit und Endlichkeit anzugehen. Ich wünsche mir, dass einmal etwas bleibt. Was mich mein Leben begleitet, wie Tanz und gutes Essen, das sind auch die Dinge, die mir wichtig sind. Menschen, die bleiben, sind das Größte. Freundschaften bedeutungsvoll. Aber Liebesschwüre kennt man nur noch aus Gedichten, beispielsweise von Heine oder von einem anderen Dichter: Herrn Lindenberg. Ganz pragmatisch und unverklärt wünsche ich: wenn nichts wehtut und es genug zu lachen gibt, bleibt.

1.9.10

Werbung (freiwillig und unentgeltlich)

Hey, die bei Converse sind echt fleißig: erst Sternchen, dann eine Zusammenarbeit mit Missoni und schließlich eine Hommage an Mr. Jimi Hendrix. Das Design ist inspiriert von Hendrix´ Military Blazer, erinnert mich an Sgt. Pepper´s und das ist gut. Ein anderes Model bildet das Portrait von Hendrix ab. Dass Musik und Mode gern zusammen steil gehen, ist ja nix Neues. Ich bleib aber weiterhin bei uni Chucks.

Foto: PR

30.8.10

Die Woche mit Slapstick beginnen:

29.8.10

Helden von Heute

Wenn alle Menschen so wären wie Nilz Bokelberg, dann hätten wir schon längst Weltfrieden auf Erden. Aber was schreib ich da? Ich kenne den Mann doch gar nicht, jedoch, was er bloggt und twittert lässt sogleich darauf schließen: er ist einer von den Guten, wenn nicht den Besten! Sein blog Weltfrieden feiert in diesem Jahr 5. Geburtstag und das hat sein Kumpel Huck von Stijlroyal als Anlass genommen, zu einem großen Einhorn-Mal-und-Bastellwettbewerb aufzurufen, denn das Einhorn ist das Maskottchen vom Weltfrieden, vielleicht auch Nilz´Alter-Ego-Figur, das weiß ich nicht genau. Jedenfalls wollte ich sofort mitmachen, denn Malen für den Weltfrieden ist doch Ehrensache. Zu diesem Zeitpunkt stand ich in der Hochphase der Magisterarbeit und habe mich mit Dr. Sigmund Freud beschäftigt, d.h. ich habe überall nur noch Phallussymbole gesehen, selbst in einem asexuellen Zauberwesen wie dem Einhorn. Daher mein Beitrag: ein gender-verspieltes Einhorn mit Freud als Kopf. Hier könnt Ihr Euch das angucken, sowie die vielen weiteren Einhörner voll friedlicher Ausstrahlung und guter Laune. Und warum Nilz einer der Besten ist, seht Ihr, wenn Ihr Euch seine Kommentare zu den Tierchen durchlest! Peace out.

26.8.10

Warten

Immer dieses Warten... auf Testergebnisse, Klausurenergebnisse, die Post, den Richtigen, einen Anruf, eine Email, besseres Wetter, einen Frisörtermin, Godot, den Urlaub, ein Jubiläum, die Bahn, den Schlussverkauf, das Ende der Atomkraft, reine Haut... worauf wartest Du?

Werbung (freiwillig und unentgeltlich)

Ab Heute gibt´s die neue QVEST im Handel (für 6,50 €). Nach jahrelangem Hin und Her wird das Modemagazin seit einem Jahr vom Kölner Verlag Kaune Sudendorf herausgegeben, was mich sehr freut, denn das Magazin mit all seinen kleidungsbewussten Mitarbeitenden bringt ein bisschen Glamour nach Köln. Was ich in der QVEST am liebsten lese, sind die Interviews, diesmal mit Iggy Pop, dem wunderbaren Pianisten Gonzales und Garance Doré. Interessantestes Editorial, meiner Meinung nach: "My Gender", denn es kommt ganz ohne High-Heels aus und ich frage mich, warum sehen Frauen in männlich konnotierter Kleidung oftmals ziemlich lässig, Männer in Röcken aber meist unverhofft komisch aus? Da die aktuelle Ausgabe ganz im Zeichen des Duftes steht, gibt es eine parfümierte Zeitreise und ich musste, wie so oft, über die 90er schmunzeln, als jeder und jede zweite CK one auflegte. Der Bloggersalon im Rahmen der Styleclicker-Ausstellung, von dem ich bereits hier berichtete, schaffte es unter die "Social Pages"- vielleicht findet sich der eine oder die andere ja auf den Fotos wieder. Ansonsten kann ich nur sagen, ich mag das Layout und support your local dealer!

24.8.10

Im Hinblick auf Gesichtspunkte

Mir fällt ein Stapel Bücher vom Herzen: Gestern habe ich meine Magisterarbeit abgegeben. 4 Monate hatte ich Zeit zum Schreiben und da ist viel passiert: Fußball-WM, Loveparade-Katastrophe, Hitze, Kälte, 15 Geburtstage, 2 Trennungen und der Tod von Christoph Schlingensief, um einmal die Dinge zu nennen, die mich bewegt haben. Zurück zur Arbeit: ganz bewusst habe ich mich für eine Schrifstellerin, nämlich Vicki Baum, entschieden und ihre Komödie Pariser Platz 13 im Hinblick auf die Poetologisierung von Schönheit untersucht.

Ziel war auch eine stärkere Kanonisierung von Autorinnen, aber siehe da: in meiner Bibliografie spielen doch wieder die Männer unter sich: Adorno, Aristoteles, Walter Benjamin, Freud, Goethe, Homer, Horkheimer, Siegfried Kracauer, Karl Kraus, Marx, Rousseau, Simmel, Sombart, Weininger- alle wollten berücksichtig werden. Um bei Laune zu bleiben, hat es mir in dieser Zeit besonderen Spaß gemacht, mir meine Sätze auf der Zunge zergehen zu lassen: etwas unter bestimmten Gesichtspunkten untersuchen muss man sich einfach mal bildlich vorstellen, genauso wie jemand, der sein Bein hält, schreibt er beinhalten.
Als ich mich zum Ende hin noch mit dem Primitivismus beschäftigt habe, bin ich über zwei weitere Begriffe gestolpert, die ich interessant finde: der eine ist Lunapark. Das ist einfach ein Vergnügungspark und wird außerhalb Deutschlands auch oft so genannt, z.B. dort, wo ein Mann, mit dem ich einst einen Lebensabschnitt ging, sein Apartment hat- nahe der Sonne. Dieser Mann war "Greifer süchtig", d.h. er konnte an keinem Apparat vorbei, wo man mit einem Greifer Kuscheltiere herausholte, ohne sein ganzes Kleingeld dort zu lassen. Ich weiß nicht, wie er es angestellt hat, aber er hat wirklich immer den richtigen Winkel getroffen und manchmal ganze "Greifer" leer geräumt- ganz zur Freude der staunenden Kinder, denen er die Teddys, Herzen und Delphine im Anschluss schenkte. Lunaparks sind voll von Greifern und ein paar Quadratmeter Spaß in Form von Glücksspielen, Fotoautomaten und Fahrgeschäften hat mich schon immer fasziniert.
Der andere Begriff ist Cakewalk. Erinnert doch direkt an Catwalk und vereint damit klanglich zwei Dinge, auf die ich stehe: Mode und Kuchen. Aber es geht in eine andere Richtung: Cakewalk ist ein um 1850 entstandener Gesellschaftstanz. Plantagenbesitzer haben ihre Sklaven sonntags diesen Tanz aufführen lassen und der Gewinner bekam einen Kuchen. Daher kommt auch "that takes the cake" (das ist spitze!) oder "it´s a cakewalk" (das ist ein Kinderspiel). Also die Magisterarbeit war kein cakewalk, aber die Hauptsache ist, sich bei Laune zu halten, z.B. durch simple Sprachspiele.
Leider geht es ja jetzt erst richtig los: in zwei Monaten kommt die erste Klausur und dann im zwei Wochen Takt zwei weitere. Wegen der Baumaßnahmen werden die Klausuren während der Woche und zwar in Containern (!) geschrieben. Na ja, ich hoffe, wegen der widrigen Umstände gibt´s gute Noten- "to take the cake!"
Foto: http://nilswindisch.de

22.8.10

Jedem das bisschen Feingefühl

So, als angehende Germanistin spiele ich mich mal ein wenig auf. Das Internet gibt jedem die Möglichkeit, seine Meinung kundzutun, das ist schön. Leider leidet oftmals die Sprache darunter. Ich möchte mich jetzt gar nicht über Rechtschreibung, Großschreibung und Abkürzungen mokieren, es geht um etwas anderes. Ich lese gerne Modeblogs. Manch einer wird sich jetzt fragen, was es bei den fotolastigen Modeblogs zu lesen gibt, aber über Mode wurde schon viel gesagt, besonders in den Kommentarfeldern. Dort treten sich die Kommentatorinnen manchmal mit Stöckelschuhen auf die Füße. Das ist oft lustig, meist aber ziemlich idiotisch. Eine Sache gibt es jedoch, die ich ständig in den Kommentaren über Geschmacksurteile lese und das ist "Jedem das Seine". Diese Schreibenden scheinen nicht zu wissen, dass dieser Spruch am Tor des Konzentrationslagers Buchenwald stand. Ich denke, da kann man einfach andere Worte verwenden. Sicher gebrauchen die Kommentatoren den Satz ganz im platonischen Sinn als Grundsatz, aber man kann in Deutschland auch kein Hakenkreuz an die Wand malen und es als buddhistisches Symbol oder chinesisches Schriftzeichen verstanden bekommen. Deutschland hat dieses Vergangenheit, darauf muss uns nicht der Spiegel jeden Sommer aufmerksam machen. Man sollte sich einfach im Klaren darüber sein, dass Veröffentlichungen im Internet manchmal so sind, als hätte man Google sein Tagebuch anvertraut.

12.8.10

Ganz nach meinem Geschmack

Sicher wird mit dem Thema Vegetarismus nur das verregnete Sommerloch gestopft, aber ich freue mich über die aktuelle Ausgabe von DIE ZEIT (N°33). Seit etwa 15 Jahren lebe ich vegetarisch, d.h. ich esse kein Fleisch und kein Fisch. Obwohl meine moralischen Vorstellungen vegan sind, konsumiere ich Milchprodukte, trage Leder und esse Gummibärchen. Ich esse gern, hauptsächlich geht es mir darum, keine Leiche im Bauch zu haben. Töten passt nicht in meinen Alltag und so möchte ich auch nicht, dass ein Metzger für mich den Job übernimmt. Was andere essen ist mir egal, ich habe aber keine Lust mehr, mich rechtfertigen zu müssen, wenn ich meine Tofuwurst auf einer Grillparty nicht von einer blutigen Gabel wenden lassen möchte. In diesem Zusammenhang kommen mir die Worte der ZEIT Redakteurin und Vegetarierin Iris Radisch sehr entgegen. Neben den Faktoren der Gesundheit und der ökologischen Vorteile des Vegetarismus fragt sie viel ursprünglicher: "dürfen wir morden um zu essen?" Eine skurrile Statistik untermauert den Artikel: Jeder Fleischesser konsumiert in seinem Leben durchschnittlich "4 Rinder, 46 Schweine, 4 Schafe, 46 Truthähne, 12 Gänse, 37 Enten und 945 Hühner"- Prost Mahlzeit. Ein literarisches Thema: der amerikanische Schriftsteller und Neu-Vegetarier Jonathan Safran Foer beschäftigt sich in seinem neuen Roman Tiere essen mit dem Phänomen der Massentierhaltung. Er plädiert vor allem für eine Reduzierung des Fleischkonsums. Der natürliche Seifenspender LUSH ruft einen "fleischfreien Freitag" ins Leben und Designerin Stella McCartney einen "meet free monday". Es scheint wirklich Menschen zu geben, die jeden Tag Tiere essen. Das ist ebenfalls dem aktuellen Spiegel (N°32) aufgefallen und lässt neben Foer auch die deutsche Schriftstellerin Karen Duve zu Wort kommen. Für ihr neues Buch Anständig essen (erscheint voraussichtlich im Januar) durchläuft sie alle Formen des Essverhaltens von Vegetarierin über Veganerin hin zur Frutarierin und kommt zu dem Ergebnis: "Wir schaffen es nämlich nicht, nicht zu töten. Wir können nur entscheiden, was, wie viel und unter welchen Bedingungen wir zerstören." Und ich finde diese Entscheidungskraft ist viel wert und sollte immer wieder auf Herz und Niere geprüft werden.

Ein Geschenk des Himmels

Neben einer behüteten Kindheit, war meine auch besternt. Das liegt vor allem daran, dass meine Mutter, die schon viele Trends kommen und gehen sehen hat, Sterne mag. Und Chucks. In jungen Jahren durfte ich also auf meiner Geburtstagsparty-Schnitzeljagd die Wohnung nach glitzernden Pappsternen durchsuchen und bekam schon in der Grundschule mein erstes Paar Chucks- gelbe. Es folgten grüne, lilane, selbst bemalte, wild geschnürte und lange Zeit keine, um dem Hype zu entgehen. Mittlerweile habe ich mich mehr oder weniger über Trendphasen hinweggesetzt und setze auf ein paar klassisch schwarze. Nun gibt es diesen Herbst/Winter Chucks mit Sternen, konsequent bei dem Logo. Ich fürchte, dass viele junge "Emos" dieses Modell erwerben werde, kann mir die Schuhe aber sehr gut mit einem schlichten Outfit vorstellen. Ich bleibe jedoch bei uni. (Fotos via: http://www.schroederschoembs.com/ )

7.8.10

Platt

Vielleicht heilt die Zeit alle Wunden, aber sie macht einen bestimmt nicht schlauer.

31.7.10

Das Deodorant des Doktorand

Seit ziemlich genau vier Jahren bin ich Teil dieses Zeitphänomens, das sich Blogger nennt. Unter diesen Umständen hat sich mein Interesse für Mode, das irgendwo immer schon vorhanden war, gefestigt. Nun muss ich feststellen: ich habe mir selten so wenig Gedanken über meine Garderobe gemacht wie in den letzten vier Monaten: dem Verfassen meiner Magisterarbeit. Du bist von tausenden von Wörtern umgeben, aber keiner redet mit dir. Treffen mit echten Menschen sind eher physischer als psychischer Natur, ist man gedanklich doch noch bei dem letzten Absatz, der einen Passage, die man nochmal nachlesen wollte, die Frage, ob die Fernleihe rechtzeitig eintrifft, von Unsicherheiten wegen der Formatierung ganz zu schweigen. Ich kann nun den Akademikerlook, über den ich mich jahreslang aufgeregt habe, ein bisschen besser nachvollziehen. Und ziehe den Hut vor Doktoranden, bei denen dieser Zustand nicht Monate, sondern oftmals Jahre dauert. Dennoch wünsche ich diesen Menschen Freunde, die sie darauf aufmerksam machen, dass es Frisöre gibt und Badeanstalten, wo sie einmal das Sitzen sein lassen können. Am Anfang war das Wort und vorher das Aussehen.

29.7.10

Die Masche der Mode

"So häßliche und widrige Dinge sind manchmal modern, als wollte die Mode ihre Macht gerade dadurch zeigen, daß wir ihretwegen das Abscheulichste auf uns nehmen;"

(Georg Simmel: Philosophie der Mode. In: Moderne Zeitfragen Nr. 11. Hrsg. von Hans Landsberg. Berlin: Pan 1905. S. 10)

24.7.10

Käufliche Individualität

Obwohl ich vor gut sechs Wochen mein Streetstyleblog Kleiderköln eingestellt habe, wurde ich diese Woche zum so genannten Bloggersalon ins NRW Forum eingeladen. Der Salon fand als Preview im Rahmen der Fotoausstellung "Menschen des 21. Jahrhunderts" des Streetstylebloggers Styleclicker statt. Der Titel ist eine Hommage an August Sander und seine "Menschen des 20. Jahrhunderts" und obwohl der dokumentarische Charakter von Gunnar Hämmerles Aufnahmen offensichtlich ist, finde ich den Vergleich etwas mutig. Sander hat einen Querschnitt durch alle Berufsgruppen der Weimarer Republik, so auch Bauern und vor allem Angestellte gezeigt, während Streetstyleblogger sich gerne in die hippen Viertel der Großstädte begeben. Die Fotos des berühmten Bloggers aus München werden lebensgroß auf Stehwände projiziert und das Motiv wechselt in kurzen Zeitabständen. Das war zuerst befremdlich: um das Bild ideal wahrzunehmen, muss man den richtigen Winkel treffen und hat man ihn gefunden, schaut einen schon ein neuer Mensch an- schnelllebige Zeit. Dennoch ist es so möglich, viele Bilder zu sehen und die Größe der Fotos ist ebenfalls beeindruckend. Anschließend gab es ein Dinner mit Antipasti, Wein und Pellegrino meets Missoni . Ich saß zu meiner Freude an einem Tisch mit einer illustren Gruppe von Bloggern und habe endlich Cori kennengelernt, außerdem Brini von lieb und teuer (dort gibt es einen schönen Bericht über den Salon), Caty von blossomandcream und den Fashionalyst. Zum ersten Mal ist mir aufgefallen, wie schön es ist, einmal ausgiebig über bloggen und Mode zu quatschen- danke Euch dafür! Anschließend folgte die Diskussion, moderiert von NRW Forum Ausstellungsleiter Werner Lippert und der liebreizenden und immer perfekt gekleideten Yorca Schmidt-Junker, Managing Editor der QVEST. Hämmerle hat sich geduldig und sympathisch allen Fragen gestellt, auch wenn es um die leidlichen von Konkurrenz der verschiedenen Medien und Käuflichkeit ging. Offen sprach er über Sponsoren und Arbeitsweisen und als er beschrieb, wie lange er an Motivwahl und Bearbeitung der Fotos sitzen würde, insistierte Schmidt-Junker und fragte nach der Authentizität dieser "Momentaufnahmen". Zu meinem Erstaunen wählte sie Kleiderköln als Beispiel für eine Bloggerin, die "dieser Maschinerie nicht mehr standhalten kann". Da war dann mein geliebtes blog auf einmal auf der Leinwand zu sehen, die Letter "Auf Wiedersehen" in riesengroß! Ich wusste nicht genau, wie ich reagieren sollte, zumal mir der Unterschied zu einem beruflichen Blogger wie Hämmerle und mir als hobbybloggende Studentin nicht diskussionswürdig erschien. So nutze ich kurzerhand die Twitterwall und zwitscherte: "Hilfe, die da vorne reden über mich!" Und konnte so das Podium begrüßen. Am Ende kam noch einmal die Frage nach der viel besagten Individualität auf, die für mich ein PR-Gag der Modeindustrie ist und auf meinem blog bereits hier lebhaft diskutiert wurde- an dieser Stelle möchte ich zu Kommentatorin Maria Magdalena sagen: Amen! Und zum Thema Käuflichkeit: ich habe zwar geschrieben, dass ich bewusst ohne Sponsoren, Techniker und Designer im Hintergrund blogge, aber nicht, dass ich grundsätzlich dagegen abgeneigt bin. Ich bin einzig dafür, offen damit umzugehen und nicht für jeden kleinen Werber sein persönliches blog herzugeben. Und wie käuflich ich bin, habe ich doch sogleich an der Freude über die Goodiebag von Schwarzkopf gemerkt, die das Event gesponsert haben- machen wir uns nix vor. Obwohl das Haarspray "Löwenmähne" ziemlich gruselig nach künstlicher Erdbeere riecht. Alles in allem für mich ein wunderschöner und auch aufregender Abend der mir gezeigt hat, andere kochen auch nur mit Wasser, aber einige eben mit Pellegrino und dass man durchaus in einem Outfit von weit unter 100 Euro und mit Rossmann-Nagellack auf den Nägel so ein "Fashion Event" überstehen kann! (Foto: v.l.n.r. Yorca Schmidt-Junker, Gunnar "Styleclicker" Hämmerle, Werner Lippert)

22.7.10

Du bist Model, ich bin Brigitte...

Anfang des Jahres hat die Frauenzeitschrift Brigitte eine Revolution angekündigt: die Aktion Ohne Models wurde vielerorts diskutiert (so z.B. hier von Kilian Kerner, Jim Rakete und Fiona Erdmann). Die so genannte normale Frau präsentiert nun die Klamotten in der Zeitschrift. Das Ergebnis habe ich interessiert erwartet und wer mich kennt weiß, dass ich sogleich überlegt habe, mich als Nicht-Model zu melden. Ich bin nicht dick, aber klein und werde gern fotografiert, warum, damit sollte sich lieber ein Psychologe auseinandersetzen. Das ganze Ergebnis der modelfreien Zone ist aber ziemlich daneben. Die normalen Frauen haben alle einen Hauch unnormales, sind Künstlerinnen, Studentinnen, Lehrerinnen, sprich Akademikerinnen und haben ein tolles Hobby oder sind sonst wie aktiv. Die normalen Frauen werden natürlich auch ordentlich zurechtgemacht und retourschiert, wer kann es ihnen verwehren? Diese Aktion treibt einen Keil in die Frauenwelt: vorher standen auf der einen Seite die ätherischen Wesen von ein Meter achtzig und auf der anderen Seite alle anderen Frauen. Nun wird den Frauen suggeriert: jede kann ein Model sein, man muss nur ein wenig Sport treiben, ein wenig die Haut pflegen, ein wenig Gespür für Mode haben... aber der größte Hohn ist, dass die Modelanwärterinnen jetzt per Onlineabstimmung ausgewählt werden! Und: oho! "dabei sind auch viele tolle Frauen über 40"! So einen diskriminierenden Mist kann doch keine denkende Frau über sich ergehen lassen, nur, damit die Nachbarin oder die Kollegin mal sagt: "Nee, wat schick siehste da aus!" (Dementsprechend kritisch sind auch die Kommentare im Gästebuch). Nein, nicht jede Frau kann Model sein, es hat einen Grund, warum große und schlanke Models die Kollektionen präsentieren, es sind lebende, austauschbare Kleiderstangen, die zum Glück für dieses Leben als Anziehpuppe gut bezahlt werden. Der beste Artikel, den ich zu diesem Thema gelesen habe, ist in der aktuellen Texte zur Kunst (Juni 2010, 20. Jahrgang, Heft 78) erschienen. Isabelle Graw beschreibt darin den Trend, alles mit seiner Persönlichkeit untermalen zu müssen. Im Job zählt auf einmal nicht mehr nur noch Deine Arbeitskraft, sondern auch Deine Charakterstärken. Die Werbung dringt in Deinen kleinen privaten Raum ein und verspricht Selbstermächtigung durch Konsum. Reichte es früher einfach gut zurechtgemacht zu sein, muss man Heute zugleich noch einen interessanten Charakter mitbringen. "Ist es wirklich befreiend, ganz man selbst sein zu müssen?" (Texte zur Kunst, S. 67) Aber vielleicht sollte ich mich doch bewerben, denn "die gecasteten Frauen bekommen vergleichbare Honorare wie professionelle Models" Nein, vergleichen lohnt sich nicht immer.

1.7.10

Wochenendtipps für Berlin und Köln!

Ach, in der Hauptstadt ist immer so viel los- da ist es umso schöner einen super Tipp per Mail geschickt zu bekommen und zwar von Misses Glamcanyon Katja Hentschel. Die macht am Sonntag im Dr.Pong mit ihren Mädels von Travelettes ("backpacking in heels") Flohmarkt. Und zwar sammeln die Verkäuferinnen Geld für ihre nächste Reise. Wo das Ziel hingeht, könnt Ihr Schildern auf dem jeweiligen Stand entnehmen und so gleich wissen, welches Abenteuer Ihr da sponsert. Wenn ich am Sonntag nicht zum Badesee fahre, werde ich auf jeden Fall die Forever Love Party von E´de Cologne auf dem Apostelnplatz bei der Mittelstraße in Köln besuchen. Der Eintritt von einem Euro wird zugunsten der Aids-Hilfe Köln e.V. gestiftet. Die Sause geht von 15 bis 22 Uhr- wann kann man schon mal für so wenig Mäuse Hans Nieswandt und den Kompakt-Jungs an den Plattentellern lauschen? Deo auflegen und losgetanzt!

26.6.10

Am Hobel poltern

Ob es wohl in jeder Familie sprachliche Interna gibt? Mir jedenfalls fällt auf, ich benutze manchmal Wörter, die ich von meinen Eltern gelernt habe, aber die viele nicht zu kennen scheinen, z.B. "Döker". Döker, bzw. das Adjektiv "dökerig" bezeichnet einen Beschaffenheitszustand von Dingen, der nicht hochwertig ist, etwa ein Stuhl, der aussieht, als könne er nicht viel Belastung ab oder ein Nussknacker aus Plastik, dem man schon vor dem Benutzen ansieht, dass er nichts taugt. Oder, kurz gesagt, alles was man bei Manufactum kaufen kann, ist kein Döker. "Trutschig", mit langem u, bedeutet so viel wie tantenhaft, etwas ein wenig aus der Mode gekommenes, z.B. Kleidung, Haarschnitt, Interieur oder auch einfach ein Typ Frau, der ein bisschen unangenehm nervig, weil stillos ist. "Muscheln" hingegen ist ein schönes Verb und ist, wenn man das sch wie das J von Jeans ausspricht, der Superlativ von kuscheln. Man muschelt miteinander, Anziehsachen können muschelig sein und man kann sich so richtig schön in eine warme Decke einmuscheln. Aber jetzt kommt´s: wenn Großmutter oder Mutter zum Ausdruck bringen wollen, dass jemand sie mal am Arsch lecken könne, wird der Ausdruck "der kann mich mal am Hobel poltern" gebraucht. Und dazu gibt es bei Google bisher genau null Einträge...