30.8.10

Die Woche mit Slapstick beginnen:

29.8.10

Helden von Heute

Wenn alle Menschen so wären wie Nilz Bokelberg, dann hätten wir schon längst Weltfrieden auf Erden. Aber was schreib ich da? Ich kenne den Mann doch gar nicht, jedoch, was er bloggt und twittert lässt sogleich darauf schließen: er ist einer von den Guten, wenn nicht den Besten! Sein blog Weltfrieden feiert in diesem Jahr 5. Geburtstag und das hat sein Kumpel Huck von Stijlroyal als Anlass genommen, zu einem großen Einhorn-Mal-und-Bastellwettbewerb aufzurufen, denn das Einhorn ist das Maskottchen vom Weltfrieden, vielleicht auch Nilz´Alter-Ego-Figur, das weiß ich nicht genau. Jedenfalls wollte ich sofort mitmachen, denn Malen für den Weltfrieden ist doch Ehrensache. Zu diesem Zeitpunkt stand ich in der Hochphase der Magisterarbeit und habe mich mit Dr. Sigmund Freud beschäftigt, d.h. ich habe überall nur noch Phallussymbole gesehen, selbst in einem asexuellen Zauberwesen wie dem Einhorn. Daher mein Beitrag: ein gender-verspieltes Einhorn mit Freud als Kopf. Hier könnt Ihr Euch das angucken, sowie die vielen weiteren Einhörner voll friedlicher Ausstrahlung und guter Laune. Und warum Nilz einer der Besten ist, seht Ihr, wenn Ihr Euch seine Kommentare zu den Tierchen durchlest! Peace out.

26.8.10

Warten

Immer dieses Warten... auf Testergebnisse, Klausurenergebnisse, die Post, den Richtigen, einen Anruf, eine Email, besseres Wetter, einen Frisörtermin, Godot, den Urlaub, ein Jubiläum, die Bahn, den Schlussverkauf, das Ende der Atomkraft, reine Haut... worauf wartest Du?

Werbung (freiwillig und unentgeltlich)

Ab Heute gibt´s die neue QVEST im Handel (für 6,50 €). Nach jahrelangem Hin und Her wird das Modemagazin seit einem Jahr vom Kölner Verlag Kaune Sudendorf herausgegeben, was mich sehr freut, denn das Magazin mit all seinen kleidungsbewussten Mitarbeitenden bringt ein bisschen Glamour nach Köln. Was ich in der QVEST am liebsten lese, sind die Interviews, diesmal mit Iggy Pop, dem wunderbaren Pianisten Gonzales und Garance Doré. Interessantestes Editorial, meiner Meinung nach: "My Gender", denn es kommt ganz ohne High-Heels aus und ich frage mich, warum sehen Frauen in männlich konnotierter Kleidung oftmals ziemlich lässig, Männer in Röcken aber meist unverhofft komisch aus? Da die aktuelle Ausgabe ganz im Zeichen des Duftes steht, gibt es eine parfümierte Zeitreise und ich musste, wie so oft, über die 90er schmunzeln, als jeder und jede zweite CK one auflegte. Der Bloggersalon im Rahmen der Styleclicker-Ausstellung, von dem ich bereits hier berichtete, schaffte es unter die "Social Pages"- vielleicht findet sich der eine oder die andere ja auf den Fotos wieder. Ansonsten kann ich nur sagen, ich mag das Layout und support your local dealer!

24.8.10

Im Hinblick auf Gesichtspunkte

Mir fällt ein Stapel Bücher vom Herzen: Gestern habe ich meine Magisterarbeit abgegeben. 4 Monate hatte ich Zeit zum Schreiben und da ist viel passiert: Fußball-WM, Loveparade-Katastrophe, Hitze, Kälte, 15 Geburtstage, 2 Trennungen und der Tod von Christoph Schlingensief, um einmal die Dinge zu nennen, die mich bewegt haben. Zurück zur Arbeit: ganz bewusst habe ich mich für eine Schrifstellerin, nämlich Vicki Baum, entschieden und ihre Komödie Pariser Platz 13 im Hinblick auf die Poetologisierung von Schönheit untersucht.

Ziel war auch eine stärkere Kanonisierung von Autorinnen, aber siehe da: in meiner Bibliografie spielen doch wieder die Männer unter sich: Adorno, Aristoteles, Walter Benjamin, Freud, Goethe, Homer, Horkheimer, Siegfried Kracauer, Karl Kraus, Marx, Rousseau, Simmel, Sombart, Weininger- alle wollten berücksichtig werden. Um bei Laune zu bleiben, hat es mir in dieser Zeit besonderen Spaß gemacht, mir meine Sätze auf der Zunge zergehen zu lassen: etwas unter bestimmten Gesichtspunkten untersuchen muss man sich einfach mal bildlich vorstellen, genauso wie jemand, der sein Bein hält, schreibt er beinhalten.
Als ich mich zum Ende hin noch mit dem Primitivismus beschäftigt habe, bin ich über zwei weitere Begriffe gestolpert, die ich interessant finde: der eine ist Lunapark. Das ist einfach ein Vergnügungspark und wird außerhalb Deutschlands auch oft so genannt, z.B. dort, wo ein Mann, mit dem ich einst einen Lebensabschnitt ging, sein Apartment hat- nahe der Sonne. Dieser Mann war "Greifer süchtig", d.h. er konnte an keinem Apparat vorbei, wo man mit einem Greifer Kuscheltiere herausholte, ohne sein ganzes Kleingeld dort zu lassen. Ich weiß nicht, wie er es angestellt hat, aber er hat wirklich immer den richtigen Winkel getroffen und manchmal ganze "Greifer" leer geräumt- ganz zur Freude der staunenden Kinder, denen er die Teddys, Herzen und Delphine im Anschluss schenkte. Lunaparks sind voll von Greifern und ein paar Quadratmeter Spaß in Form von Glücksspielen, Fotoautomaten und Fahrgeschäften hat mich schon immer fasziniert.
Der andere Begriff ist Cakewalk. Erinnert doch direkt an Catwalk und vereint damit klanglich zwei Dinge, auf die ich stehe: Mode und Kuchen. Aber es geht in eine andere Richtung: Cakewalk ist ein um 1850 entstandener Gesellschaftstanz. Plantagenbesitzer haben ihre Sklaven sonntags diesen Tanz aufführen lassen und der Gewinner bekam einen Kuchen. Daher kommt auch "that takes the cake" (das ist spitze!) oder "it´s a cakewalk" (das ist ein Kinderspiel). Also die Magisterarbeit war kein cakewalk, aber die Hauptsache ist, sich bei Laune zu halten, z.B. durch simple Sprachspiele.
Leider geht es ja jetzt erst richtig los: in zwei Monaten kommt die erste Klausur und dann im zwei Wochen Takt zwei weitere. Wegen der Baumaßnahmen werden die Klausuren während der Woche und zwar in Containern (!) geschrieben. Na ja, ich hoffe, wegen der widrigen Umstände gibt´s gute Noten- "to take the cake!"
Foto: http://nilswindisch.de

22.8.10

Jedem das bisschen Feingefühl

So, als angehende Germanistin spiele ich mich mal ein wenig auf. Das Internet gibt jedem die Möglichkeit, seine Meinung kundzutun, das ist schön. Leider leidet oftmals die Sprache darunter. Ich möchte mich jetzt gar nicht über Rechtschreibung, Großschreibung und Abkürzungen mokieren, es geht um etwas anderes. Ich lese gerne Modeblogs. Manch einer wird sich jetzt fragen, was es bei den fotolastigen Modeblogs zu lesen gibt, aber über Mode wurde schon viel gesagt, besonders in den Kommentarfeldern. Dort treten sich die Kommentatorinnen manchmal mit Stöckelschuhen auf die Füße. Das ist oft lustig, meist aber ziemlich idiotisch. Eine Sache gibt es jedoch, die ich ständig in den Kommentaren über Geschmacksurteile lese und das ist "Jedem das Seine". Diese Schreibenden scheinen nicht zu wissen, dass dieser Spruch am Tor des Konzentrationslagers Buchenwald stand. Ich denke, da kann man einfach andere Worte verwenden. Sicher gebrauchen die Kommentatoren den Satz ganz im platonischen Sinn als Grundsatz, aber man kann in Deutschland auch kein Hakenkreuz an die Wand malen und es als buddhistisches Symbol oder chinesisches Schriftzeichen verstanden bekommen. Deutschland hat dieses Vergangenheit, darauf muss uns nicht der Spiegel jeden Sommer aufmerksam machen. Man sollte sich einfach im Klaren darüber sein, dass Veröffentlichungen im Internet manchmal so sind, als hätte man Google sein Tagebuch anvertraut.

12.8.10

Ganz nach meinem Geschmack

Sicher wird mit dem Thema Vegetarismus nur das verregnete Sommerloch gestopft, aber ich freue mich über die aktuelle Ausgabe von DIE ZEIT (N°33). Seit etwa 15 Jahren lebe ich vegetarisch, d.h. ich esse kein Fleisch und kein Fisch. Obwohl meine moralischen Vorstellungen vegan sind, konsumiere ich Milchprodukte, trage Leder und esse Gummibärchen. Ich esse gern, hauptsächlich geht es mir darum, keine Leiche im Bauch zu haben. Töten passt nicht in meinen Alltag und so möchte ich auch nicht, dass ein Metzger für mich den Job übernimmt. Was andere essen ist mir egal, ich habe aber keine Lust mehr, mich rechtfertigen zu müssen, wenn ich meine Tofuwurst auf einer Grillparty nicht von einer blutigen Gabel wenden lassen möchte. In diesem Zusammenhang kommen mir die Worte der ZEIT Redakteurin und Vegetarierin Iris Radisch sehr entgegen. Neben den Faktoren der Gesundheit und der ökologischen Vorteile des Vegetarismus fragt sie viel ursprünglicher: "dürfen wir morden um zu essen?" Eine skurrile Statistik untermauert den Artikel: Jeder Fleischesser konsumiert in seinem Leben durchschnittlich "4 Rinder, 46 Schweine, 4 Schafe, 46 Truthähne, 12 Gänse, 37 Enten und 945 Hühner"- Prost Mahlzeit. Ein literarisches Thema: der amerikanische Schriftsteller und Neu-Vegetarier Jonathan Safran Foer beschäftigt sich in seinem neuen Roman Tiere essen mit dem Phänomen der Massentierhaltung. Er plädiert vor allem für eine Reduzierung des Fleischkonsums. Der natürliche Seifenspender LUSH ruft einen "fleischfreien Freitag" ins Leben und Designerin Stella McCartney einen "meet free monday". Es scheint wirklich Menschen zu geben, die jeden Tag Tiere essen. Das ist ebenfalls dem aktuellen Spiegel (N°32) aufgefallen und lässt neben Foer auch die deutsche Schriftstellerin Karen Duve zu Wort kommen. Für ihr neues Buch Anständig essen (erscheint voraussichtlich im Januar) durchläuft sie alle Formen des Essverhaltens von Vegetarierin über Veganerin hin zur Frutarierin und kommt zu dem Ergebnis: "Wir schaffen es nämlich nicht, nicht zu töten. Wir können nur entscheiden, was, wie viel und unter welchen Bedingungen wir zerstören." Und ich finde diese Entscheidungskraft ist viel wert und sollte immer wieder auf Herz und Niere geprüft werden.

Ein Geschenk des Himmels

Neben einer behüteten Kindheit, war meine auch besternt. Das liegt vor allem daran, dass meine Mutter, die schon viele Trends kommen und gehen sehen hat, Sterne mag. Und Chucks. In jungen Jahren durfte ich also auf meiner Geburtstagsparty-Schnitzeljagd die Wohnung nach glitzernden Pappsternen durchsuchen und bekam schon in der Grundschule mein erstes Paar Chucks- gelbe. Es folgten grüne, lilane, selbst bemalte, wild geschnürte und lange Zeit keine, um dem Hype zu entgehen. Mittlerweile habe ich mich mehr oder weniger über Trendphasen hinweggesetzt und setze auf ein paar klassisch schwarze. Nun gibt es diesen Herbst/Winter Chucks mit Sternen, konsequent bei dem Logo. Ich fürchte, dass viele junge "Emos" dieses Modell erwerben werde, kann mir die Schuhe aber sehr gut mit einem schlichten Outfit vorstellen. Ich bleibe jedoch bei uni. (Fotos via: http://www.schroederschoembs.com/ )

7.8.10

Platt

Vielleicht heilt die Zeit alle Wunden, aber sie macht einen bestimmt nicht schlauer.