30.8.11

Ein Hut, viele Gesichter

Unter "Fotos II" gibt es neue Bilder auf meiner Webseite, hier entlang.

29.8.11

Guten Morgen Hanni!

Gleich hole ich meine Freundin Hanni vom Bahnhof ab. Dazu trage ich eine Jeans von Bershka aus Madrid, Chucks und eine Bluse von meiner Oma, die kam aus Rumänien, also beide, meine Oma und die Bluse. Der Ring ist auch von meinen Großeltern, das ist so ein Vor-Sigelring, wenn man aus dem hellblau etwas herausschnitzen würde, käme orangene Farbe zum Vorschein. Gegen den frischen Wind nehme ich noch einen schwarzen Blazer mit. Ach so, und da die Jeans recht hüftig sitzt, trage ich einen Body von oysho (auch aus Madrid) drunter.

27.8.11

Merci Miri

Danke Miriam, dass Du mich gestern auf das Konzert von Matthew Hemerlein im King Georg mitgenommen hast. Dem Musiker aus Washington DC, der alles selbst live einspielt, scheint es gefallen zu haben in Köln, leider habe ich nur "amazing" und "club atmosphere" verstanden, da er ein wenig vor sich hin nuschelte, während er sich in den Haaren wuschelte. Ein Typ zum Verlieben. Eigentlich störten nur ein paar Gäste an der Bar, die sich lautstark unterhielten und ohrenscheinlich auf den DJ warteten. Aber Hemerleins Musik hat mich transportiert, ich schaute auf meine Bierflasche und dachte: da ist ein See in der Flasche, aber es ist kein stilles Gewässer, der Bass schlägt Wellen und erzeugt Schaum, wie bei dem Meer, das ans Ufer klatscht. Daher ist die Flasche auch grün und nicht blau, es ist ein raues Klima, man kann nicht auf den Grund sehen, zu viel wird aufgewirbelt. Wenn das Wasser stiller wird, möchte ich eine Muschel in die Flasche fallen lassen und zusehen, wie sie langsam auf den Flaschenboden fällt, mit der schönen Seite nach oben. Zum Glück hat die Musik grad rein gar nichts mit Jack Johnson zu tun. Ich fühle mich wohl.

24.8.11

Und was machst Du jetzt?

"Und was machst Du jetzt?" "Und was machst Du jetzt?" "Und was machst Du jetzt?" Was spielen wir denn hier? "Sag mir was Du arbeitest und ich sag Dir wer Du bist?" Und wenn ich nichts arbeite? Dann bin ich nichts? Und wenn ich arbeite, aber kein Geld verdiene, dann bin ich nichts wert? Von Anerkennung kann man sich nichts zu essen kaufen. Tja, liebe Hausfrau, lieber Hausmann, sie können ja schuften wie sie wollen, sie brauchen jemanden, der´s bezahlt. Abhängigkeiten. Vollzeit, Urlaubstage, Burnout. Flexibel, frei, selbstständig, keine Urlaubstage, keine Auftragslage, Burnout. Aber was magst Du denn gerne? Ja, was mag ich denn gerne? Lesen, Grimassen schneiden und schreiben, mich anziehen, mich füttern, Kaffee trinken und Kuchen essen, Kuchen, Petit Fours mag ich. Also wärst Du gern ein Petit Four? Ja. Aber was arbeitet denn ein Petit Four? Hm. Es wird hergestellt, geknetet, es wird zurechtgemacht und dekoriert. Und dann steht es in einer Vitrine, leicht gekühlt, im Schatten. Vielleicht wird es gekauft, mit einer Gabel zerfetzt, gekaut, verdaut und die Toilette runtergespült. Na ja, hört sich so schlecht gar nicht an. Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Foto: Shooting mit einer Miele Waschmaschine und mir, aufgenommen von artelisa 2006

22.8.11

Guten Morgen Antje!

Eigentlich fehlt ja noch was blaues, dann hab ich alle Grundfarben zusammen. Vielleicht trage ich den Ring mit dem blauen Stein, den ich meiner Großmutter schenkte und den ich nun wiederum erbte. Das T-Shirt ist von armedangels, der Rock aus dem Rote Kreuz Laden auf der Venloer Straße 335, der Gürtel von Oxfam, Bonner Straße 45, die Schuhe aus Madrid und die Tasche hat meine Mutter bei einem Designwettbewerb von Dole gewonnen. Die heutige Montagsmontur widme ich Antje, die mir eine schöne Urlaubspostkarte geschickt hat, besucht ihr blog hier.

20.8.11

Der Fremde in der Badewanne

this day lost even an hour

Am Schalter war es zu erkennen: im Bad brannte noch Licht. Sie hatte es nicht angelassen, sicher nicht. Langsam öffnete sie die Tür, schon etwas erleichtert und leicht belustigt, da so etwas ja nur in Filmen passiert, aber da lag er da, der Fremde in der Badewanne. Schlecht sah er nicht aus, aber er schlief nicht, denn er schnarchte nicht. Kein Blut, keine Einflüsse von Gewalt. Rückwärts ging sie heraus, die Tür lehnte sie nur an, um ihn nicht zu stören, den Leblosen. Zum Glück hatte sie eine separate Toilette. Wen könnte sie anrufen? Jeder würde ihr Fragen stellen, sie war müde von Fragen. Sie wusch sich an dem kleinen Handwaschbecken auf der Toilette und riskierte bei Tageslicht einen Blick in das Badezimmer, unverändert lag dort dieser Mensch, noch roch er nicht. Vor Besuch musste sie sich nicht fürchten, ihre wenigen Freunde lebten in anderen Städten, auch die fehlende Duschmöglichkeit vermisste sie nicht. Sie ging jetzt öfter schwimmen, sie wurde richtig gut darin und konnte eine ganze Bahn durchtauchen. Mit einem der regelmäßigen Mitschwimmer ging sie im Anschluss manchmal was trinken. Ob ihm das Fernsehprogramm gefällt, dem Fremden in der Badewanne? Sie musste sich an den Gedanken gewöhnen, nie wieder umzuziehen.
Foto: artelisa

19.8.11

Fashion Show Songs

Nina with rhine and rain

Kleiderköln gibt es jetzt ja schon über ein Jahr nicht mehr und ich denke, das wird auch so bleiben. So ein Streetstyleblog ist zeitaufwendig, das Wetter spielt oft nicht mit und interessant gekleidete Menschen findet man in Köln einfach zu oft nur an den üblich verdächtigen Stellen. Was aber nicht meine Wehmut verschweigen soll, gerade wenn ich nicht damit rechne kommen mir Menschen entgegen, die ich am liebsten einfach anquatschen würde. Obwohl Kleiderköln nur noch als Archiv existiert, wurde ich von 8tracks gefragt, ob ich ihnen meinen liebsten Song für ein Fotoshooting oder den Laufsteg nennen könnte. Blitzlichtgewitter und starkes Auftreten? Da fiel mir spontan "you´ve got the love" in der Version von Florence and the Machine ein. Den kompletten Catwalk-Mix gibt es hier. Foto: ollily

Schweren Atems

"Der Nachtwächter bohrt mit der Fingerspitze im Backenzahn. Arbeiten muss man auf der ganzen Welt, sagt er." (S. 80) Von Herta Müller sollte man doch auch einmal was gelesen haben. Ich entschied mich für eine kurze Erzählung von 111 Seiten: "Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt". Eigentlich wählte ich das Buch aus, weil es dort um eine Familie Windisch geht. Die rumänische Familie wartet auf die Ausreisegenehmigung in den Westen. Schonungslos beschreibt Müller das Leben in einem Dorf zu Zeiten Ceaușescus. In Hypotaxe. Die Erzählung ist wie ein langes Gedicht, sperrig, ein kurzes Lachen um die Spannung auszuhalten. "Die Frau des Kürschners hob die Schüssel. Die Eier sind alt, sagte sie, der Schnee ist bitter." (S. 22) Warum geht es in prämierter Weltliteratur so oft um Elend? Um Blut, Schlamm, Geruch, Fettleibigkeit, Krieg, gewaltsamen Sex? Unterhalten kann Belletristik. Literatur sagt: quäl dich hier durch und dann fühl dich erhaben. Ist das so? "Windisch geht neben ihr unter ihrem schwarzen Regenschirm. Der Schirm ist ein großer schwarzer Hut. Windischs Frau trägt den Hut an einem Stiel." (S. 58) Ich bin froh, damit durch zu sein oder reicht meine Empathie, meine Geduld einfach nicht für eine Erzählung von Diktatur? "Diesen einen Satz hat er geschrieben, sagt Windisch. Diesen Satz mit PS. Windisch legt den Brief auf den Kühlschrank. Was heißt PS, fragt Windischs Frau. Windisch zuckt die Schultern. Früher hieß es Pferdestärke, sagt er. Das wird ja ein Geheimwort sein." (S. 75) Und dann ist es doch da: das Gefühl, Dichtung gelesen zu haben, tiefe Einblicke in eine Familie gewährt zu bekommen und an einem Abschied teilzuhaben.

17.8.11

Modemeinung

Ich habe kein Problem damit, als Modebloggerin bezeichnet zu werden, das ist jedenfalls eine hübsche Schublade. In diesem Zusammenhang wurde ich für die Sendung "Scala" (WDR5) zum Thema "Pop-Up-Stores" befragt: hier.

desayuno de Maia

Heute gibt´s mal Frühstück: ca. 5 Esslöffel Haferflocken und einen halben, klein geschnittenen Apfel mit heißem Wasser übergießen, einen Moment quellen lassen. Cranberries und Walnüsse drüber, fertig. Guten Appetit.

16.8.11

interessant

Ich bin ja schon traurig, dass mein Abo-Geschenk abgelaufen ist, denn ich mag das Missy Magazine. Und ich freue mich sehr darüber, dass Blogabsatz bei denen verlinkt ist- vielen Dank! Die aktuelle Ausgabe musste ich mir also wieder regulär im gut sortierten Zeitschriftenladen kaufen, aber es hat sich gelohnt! Hier meine Highlights: Lucy van Org, die wir alle noch als Lucilectric kennen, hat mit ihrer Freundin Ziska Riemann ein Drehbuch geschrieben. Der Film "Lollipop Monster" kommt am 25.08. in die Kinos und handelt von Trieben, Zwängen und der Freundschaft zweier junger, unterschiedlicher Mädchen. Die Autorin Nina Pauer (Jahrgang 82) veröffentlicht am 09.09. ihr Buch "Wir haben keine Angst". Es handelt von der Egozentrik der Akademiker-Kinder-Generation der 20-30 jährigen, die ihre Zukunftsängste hinter einer coolen Fassade verstecken (quasi für mich eine Pflichtlektüre...). Und in Mannheim gibt es noch bis zum 09.10. in der Kunsthalle rebellische Künstlerinnen der DDR zu entdecken.

15.8.11

Guten Abend Arzu!

Trotz des anfänglichen Regens war der Flohmarkt gestern richtig erfolgreich, nur meine schönen Schuhe in Größe 36 haben keiner Frau passen wollen. Heute habe ich es genossen, dass die Temperaturen endlich mal wieder über die 20Grad-Marke geklettert sind. Die Bluse ist von Topshop aus Zypern, die Jeans von Pepe, die Clogs von einem Stand auf dem Neumarkt, der während der Gay Games dort war. Die Tasche von Liebeskind ist mein neuer Liebling, eigentlich wollte ich eine braune haben, aber das Grün hat mich mit seinen Kombinationsmöglichkeiten überzeugt. Die heutige Montagsmontur widme ich Arzu und winke rüber ins Djinn, wo Ihr unbedingt mal eine Kumpir essen solltet!

13.8.11

Flohmarkt

Fleamarket, Mauer Park, Berlin

Auch wenn es Morgen den ganzen Tag regnen soll, machen wir Flohmarkt bei der Alten Feuerwache. Ich verkaufe größtenteils Frauenklamotten (der Termin stand übrigens schon vor dem "Geschichten aus der Heimat" post). Kommt zahlreich und bringt Regenlücken mit!
Bild via

9.8.11

Suppensommer

Suppen sind nahrhaft, lecker und wirklich einfach zu machen. Einzige Voraussetzung: Pürierstab oder Kartoffelstampfer. 6-8 Mohrrüben schälen und in Stücke schneiden, ca. 6 Tomaten kleinschneiden. In einem höheren Topf in Öl 1 Zwiebel, gehackt, andünsten, Tomaten, Möhren Salz dazu. Dann 1/2 Liter Gemüsebrühe drauf und köcheln lassen. Alles gar? Dann pürieren. Ich gebe zu, mit meinem Pürierstab bleiben von der Möhre so kleine faserige Stückchen übrig, vielleicht lieber den Kartoffelstampfer nehmen. Pfeffer und Petersilie drüber, fertig. Guten Appetit. Als Ergänzung geht prima: Creme Fraiche, Sahne, Chili, Kartoffeln und und und.

8.8.11

Guten Morgen Sushi!

Sushi heißt die Katze meiner Eltern, wo ich gerade zu Besuch bin. Da Sushi und ich wegen des vielen Regens die meiste Zeit im Haus verbringen, ist meine Bekleidung sehr gemütlich und aus dem Schrank meiner Mutter geklaut: Muschel-Hose und T-Shirt von "the quiet life". Eigentlich gehören zu dem "Outfit" noch rote Crogs, aber die zu fotografieren war mir zu peinlich (dabei ist das Tragegefühl einmalig!) Die Divergenz von privatem und öffentlichen Raum ist für mich stofflich sehr spürbar, am schönsten ist also Kleidung, die schick und bequem zugleich ist, das wird oft erzielt durch hochwertiges Material. Ich liebe meine Cashmere-Pullis, aber nicht im August. (Und bei Cashmere muss ich immer lachen, da das Wort "cash" drin steckt und die doch so teuer sind.)

6.8.11

Geschichten aus der Heimat

Ich habe Geburtstagstörtchen gebacken, das Rezept gibt es jetzt hier aber nicht, denn es ist echt ein wenig aufwendig, mit Sandteig und blindbacken unter beschwerenden Linsen. Erst will ich immer backen und dann macht es mich halb wahnsinnig, daher müsst Ihr hier mit dem Foto als Ergebnis vorliebnehmen. Zum Kaffeekränzchen (mit der neuen Nespresso-Maschine, lecker!) kamen auch Verwandte. Ein Junggeselle, der in seinem Dorf von älteren Damen und Familien umgeben ist und am liebsten an Haus, Garten und Motorrad rumschraubt, hat uns einen wirksamen Flirttrick verraten: er gab einer Nachbarin seine alte digitale Hausanlage für den Flohmarktverkauf mit. Sie brachte das Teil aber wieder mit nach Hause. Als mein Verwandter ihr dann anbot, die Hausanlage wieder abzuholen, winkte die Nachbarin ab: sie wolle die Anlage jetzt immer mit auf den Flohmarkt nehmen, weil sie, also die Anlage, nette Herren anlockt. Da müsse ich mich ja bei Flohmärkten nicht wundern, wenn ich nur Frauenkleidung verkaufe! Von da an drehte sich das Gespräch darum, was man darbieten sollte, um welchen Traumpartner anzuziehen. Wenn ich also demnächst vergriffene Reparaturanleitungsbücher für Oldtimer oder Herrenhüte verkaufe, wisst Ihr Bescheid! Ach so, wer sich aber doch für das Schokoladen Tartelettes Rezept interessiert, das ist aus dem Buch "Tartes & Quiches".

2.8.11

Kontrastprogramm

Gerade noch im Trash Chic, jetzt schon im Bagutta. Um uns für unsere Studienabschlüsse zu belohnen, waren wir in dem kleinen und feinen Restaurant in der Heinsbergstraße 20 essen, reservieren empfiehlt sich. Das Essen war wirklich lecker, kann aber auch daran liegen, dass der Wein so gut war und mich direkt in eine wohlwollende, zufriedene Stimmung versetzt hat. Für ca. 40 Euro pro Person gab es für jede von uns ein Glas Crémant, ein Glas Rotwein (0,2l), ein Hauptgericht und ein Dessert. Meine Begleitung hatte Leber mit Linsen und Chutney sowie Crème Brûlée. Ich nahm Risotto mit Pfifferlingen und Mousse au Chocolat. Schick essen gehen mache ich sehr gern, weil man sich so schön viel Zeit nimmt, aber irgendwie finde ich das für vegetarisch essende Menschen immer schwierig, denn für besonderes Fleisch oder Fisch ist der Preis vielleicht gerechtfertigt, aber nur deswegen viel Geld ausgeben, weil der Kochende das Gemüse mutig würzt? Manchmal bin ich ein wenig wehmütig für Nudeln mit Soße, zum Beispiel, zwanzig Euro zu zahlen. Aber schöne Abende mit lieben Menschen sind ohnehin unbezahlbar.

1.8.11

Guten Morgen Britta!

Schade, dass es Fischmob nicht mehr gibt, die Texte sind grandios (siehe Video unten. "Tranquilo" ist spanisch und bedeutet "ruhig, besinnlich"). Ich werde die "Montagsmontur" jetzt mal einem Menschen widmen von dem ich weiß, dass er das blog hier regelmäßig verfolgt, also: Guten Morgen Britta! Das T-Shirt hat mir ein guter Exfreund geschenkt, die Jeans ist von Zara, die Schuhe sind aus Madrid, eigentlich wollte ich die schon lange aussortieren und der Gürtel ist von Oxfam auf der Bonner Straße. Sonnenbrille gibt´s wohl heute auch dazu und zwar die Ray Ban Aviator, auch wenn viele die grässlich finden, für mich steht sie noch immer für genau die Lässigkeit, die ein Montag dringend braucht.