31.10.11

Guten Abend Gerda!

Ein völlig ungruseliges Halloween-Outfit. Das Kleid hat mir meine Mutter geschenkt, Tasche und Kette sind von Oma geerbt, die Schuhe habe ich vor Jahren mal bei 39einhalb gekauft. Diese Montagsmontur ist für Gerda, die mich am Wochenende ins Kino eingeladen hat, in den Film "Die Liebesfälscher" des iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami. Seit langem war das mal ein Film, den ich nicht verstanden habe und stellenweise auch anstrengend fand, aber dann sind da diese intensiven Dialoge, bei denen ich dachte: Das ist wie eine Doku, so echt kann man Gefühle doch gar nicht spielen. Und die Diskussion des Paares über Original und Fälschung, hat mich an die besten Zeiten meines Philosophie-Studiums erinnert. Die FAZ jedenfalls ist begeistert und sagt der Regisseur zeige "den ungeschützten Moment, aus dem Liebe erst entstehen kann."

29.10.11

Art Fair

elenasteiner artfair1 artfair8 artfair7 artfair5 artfair6 Ich mag Kunstmessen. Bei Ausstellungen schaue ich mir lieber Fotos an, aber bei Kunstmessen wie der ArtFair, die gestern in Köln eröffnet hat, bin ich immer so herrlich unbedarft wie ein Kind: Mir sagen die Namen der Kunstschaffenden nichts, ich muss nichts verkaufen oder kaufen, ich treffe keine Menschen mit denen ich Smalltalk halten muss. Ich laufe durch die Gänge ohne Plan und freue mich, wenn mir eine Installation oder ein Bild ein Lächeln auf´s Gesicht zaubert, so passiert bei dem ersten Bild mit der Frau, die einen Heiligenschein aus Tampons trägt, von Elena Steiner oder bei den nackten Frauen mit den dünnen Fäden von Lilli Hill, moderne lustvolle und lustige Aktmalerei, so würde ich jetzt mal sagen. Die Mischung macht´s auf der ArtFair: Auf der kleinen Bühne Musik, Performance und Modenschau, an und um den Theken stilvolle Menschen, so müsste jede Party sein. Auch zwei Kölner Modedesigner habe ich unter den Ausstellern entdeckt: Chang 13 und Senso Unico, den ich hier mal für Kleiderköln zufällig getroffen und fotografiert habe. Auf der ersten Etage im Bloom Bereich, sitzt die Popjugend rum und bastelt aus Alltagsgegenständen, die Ihr mitbringen könnt, Charaktere. Wie wär´s mit einem Superhelden-Tacker? Ob das was kostet, weiß ich nicht, so unbedarft ich mich treiben lasse, hier war ich mal wieder zu schüchtern zu fragen. Ein paar Schritte weiter stand ein Mann in einer Art Kuppel-Käfig und hat gekocht, vor ihm ein Stuhl, ich wollte mich setzen, wurde auch eingeladen, aber da lag ausschließlich rohes lilanes Fleisch auf dem Teller. Unten, in der Nähe des Eingangs hat die "keep a breast" Organisation unter dem Motto "love your boobies!" Flyer ausliegen, mit einer genauen Anleitung, wie frau regelmäßig ihre Brust abtasten sollte. Und hätte ich nur noch ein Glas Wein mehr getrunken, hätte ich mir beim alten Hasen "kunstkaufhaus ost" dieses Stück Kunst gekauft, oder das oder das...

Die Messe geht noch bis Dienstag, 19 Uhr im Staatenhaus am Rheinpark, Auenweg 17 (Haltestelle: Bahnhof Messe Deutz). Tagesticket 15 Euro (10 Euro ermäßigt). Heute ab 22 Uhr ist dort die "Tanzen!" Party vom Kölner Stadtanzeiger Magazin.

27.10.11

Lippenstift Theater

Personen
Herr Rubinstein, Vater
Coco Chanel, Mutter
Christian Dior, Sohn
Mac, Tochter
1. AKT
1. Aufdrehen
Vater und Mutter Lippenstift stehen in der guten Stube, dem Schminktisch. Da es ihr Schicksal ist, dass sie sich nicht setzen dürfen, treten sie von einem Bein auf das andere. Coco stöhnt vor Knieschmerzen. Herr Rubinstein zieht ein ernstes Gesicht.
Herr Rubinstein: "Coco, findest Du nicht auch, dass Christian sich merkwürdig verhält in letzter Zeit? Die Wimperntusche von nebenan ist so ein nettes Mädchen, aber Christian hat nur Augen für den Lidschatten von oben."
Coco: "Ach, lass ihn doch..."
Herr Rubinstein: "Du weißt, dass ich kein Problem mit Schwulen habe, aber..."
Christian erscheint.
Christian: "Mutter, Vater, ich habe Euch etwas mitzuteilen. Ich möchte nicht mehr, dass die kleinen süßen Purpur Käfer für mich sterben müssen. Ich werde Vegetarier. Und Lippenstift will ich auch nicht mehr sein, ich werde Florist!"
Coco fällt in Ohnmacht. Da läuft Mac am Schminktisch vorbei.
Mac: (gelangweilt Kaugummi kauend) "Boahr, ihr seid so peinlich."
Herr Rubinstein: "Coco! Steh auf! Wir dürfen uns nicht hinlegen!"
Mac fängt nach Jahren der schlechten Laune lauthals an zu lachen und wird ganz rot davon. Christian verlässt den Schminktisch. Damit ist die Farbe "Fuchsia Star" ausgestorben. Bis eine Modezeitschrift die Farbe Pink zum Trend lanciert und das große Comeback aufgeführt wird.
Vorhang

24.10.11

Pfiati Susi!

Ich war noch nie auf dem Oktoberfest, wollte aber immer schon ein Dirndl haben. Nun hat hier in Köln am Rudolfplatz auf der Hahnenstraße ein Geschäft namens "Trachtenwelt" eröffnet, was so eine Art Outlet ist (die haben wohl auch Sachen vom Linzer Theater). Dort habe ich ein Modell anprobiert, das mir die Brüste unter den Hals gehoben hat und empfand das als wenig alltagstauglich, also entschied ich mich für ein ganz hochgeschlossenes vom "Dirndl Meister" aus Österreich ohne Schürze. Jacke und Schuhe kennt Ihr vielleicht noch von der vorletzten Montur, dazu kommt ein Schlauchschal von H+M. So fahre ich gleich mit Susi und Britta zu Ikea. Britta habe ich schon mal eine Montagsmontur gewidmet, also ist diese für Susi! Die war gestern auf einem Konzert von Stankowski, ich bin gespannt, was sie zu erzählen hat. Bis gleich, Superchicks!

21.10.11

Aus gegebenem Anlass

Danke an Bernd für´s Platte auflegen!

19.10.11

coliflor und cellulite

Soeben las ich bei der Mädchenmannschaft: Heut ist "Love your body day", also gibt´s hier mal wieder ein Gericht, denn essen ist Energie für Leib und Seele. Kartoffeln und Blumenkohl kochen, zerlassene Butter mit Semmelbröseln drüber. Dazu gab´s ein "Filet" von Valess mit Frischkäse gefüllt, das ich endlich mal im Supermarkt mitgenommen habe. Der Geschmack war ganz gut, aber das sollte er auch bei 41 % Magermilch, Kartoffelstärke, Stabilisatoren, Verdickungsmitteln, Hühnerei-Eiweiß, modifizierter Weizenstärke, Haferspelzfaser, Hefe und noch vielem mehr. Nee, irgendwie ist mir da zu viel drin und der Leitsatz gefällt mir auch nicht: "Wer auf eine ausgewogene Ernährung achtet und hin und wieder Lust auf eine herzhafte Mahlzeit ohne Fleisch hat, ist bei Valess genau richtig." Ich hab überhaupt keine Lust auf eine Mahlzeit mit Fleisch, aber lassen wir das, nicht ärgern, abhaken. Kommen wir nochmal zum Körpergefühl: Wer seinen Körper Problemzone nennt, hat ein Problem im Kopf und Cellulite ist eine Erfindung der Kosmetikindustrie, natürlich gibt es sie, aber sie ist kein PROBLEM oder verursacht sie Euch Schmerzen? Wenn Ihr jetzt denkt: Ja, die hat gut reden, die ist ja auch schlank, denen sei gesagt: Ja, ich bin eitel und ich achte darauf mein Gewicht zu halten (und zwar ohne Waage, sondern nach "Gefühl") und das klappt bei mir mit diesen Mitteln, die man überall liest und eben doch oft nicht anwendet: 2 l Wasser oder Kräutertee am Tag, vegetarisch leben, viel Gemüse und Obst, kaum Fertigprodukte, langsam und mit Genuss essen (riesiger Tipp: auch mal nur essen, wenn man Hunger hat! ;0) und Sport, zweimal die Woche und Bewegung in den Alltag integrieren: Fahrrad fahren und Treppen steigen, viel Schlaf, morgens einen Sonnengruß. Gott, ich bin so diszipliniert, manchmal gruselt es mich, aber umso schöner ist dann ab und zu ein fettes Stück Schokotorte, Burger mit Pommes, Alkohol und Rauchen! Ihr merkt schon, dass ich mich mit meinem Lebensstil nicht von dem Streben nach dem gängigen Schönheitsideal freimachen kann, aber ich versuche immer wieder "gesund" zu leben, physisch und psychisch. Eigentlich ist mein Körpergefühl am besten, wenn ich tanze, angenehm berührt werde und besonders, wenn ich nicht drüber nachdenke, aber irgendwie wird man allerorts damit konfrontiert. (Ach so, "coliflor" ist spanisch für "Blumenkohl".)

18.10.11

Rummel

rummel Der Rummel ist für mich einer der romantischsten Orte, die es gibt. Die Lebkuchenherzen, das Liebesorakel, die gebrannten Mandeln ... aber es ist auch ein Ort, an dem ich über Erwartungen und Kompromisse nachdenke, denn ich muss zugeben, schon verschiedene Männer auf so einen Jahrmarkt geschleppt zu haben und sie nötigte, mir eine Rose zu schießen, mich beim Fäden ziehen zu beraten, waghalsige Manöver im Autoscooter hinzulegen, mich in der Geisterbahn zu beschützen und mich mit Zuckerwatte zu füttern. Eine monogame Liebesbeziehung ist doch ein Konstrukt, wenn auch eines an das ich glaube, das in diesen Metern voller Fahrgeschäfte seine Manifestation findet: Nach vorne hin Verführung, bunte Lichter, ein bisschen Verwegenheit und Geheimnis, dahinter aber harte Arbeit, Abnutzung, Langeweile und wenig Gewinn. Diese irrationale Divergenz ist für mich so liebenswert, dass mein Herz Riesenrad fährt bei dem Gedanken daran, irgendwann wieder über die Kirmes zu schlendern: In der einen Hand den Trostpreis, in der anderen Hand die des Mannes. "Eine neue Runde" ist in diesem Zusammenhang sehr abgedroschen, aber der Kassierer, der diesen Satz ins Mikro sagt, hat das Leben begriffen, schließlich legt er Effekte auf die Stimme.

17.10.11

Guten Abend Elke!

Es wird kühler, daher habe ich meinen langen Schal aus der H+M Männerabteilung rausgeholt, dazu ein Parka aus dem gleichen Haus, Jeans von Zara, Pulli von Oma und Schuhe von Adidas (die ich mir zur letzten Klausur gegönnt habe). Die heutige Montagsmontur widme ich meiner Tanzlehrerin Elke. Am Wochenende hatten wir einen Tanzauftritt, Ihr seht mich auf den Fotos unten einmal "Modern Dance" oder besser gesagt "Contemporary" tanzend und noch eins drunter als "Pineapple Princess Tiki" in humorvoller Anlehnung an "High School Musical 2". Mein Fisch-Prinz war mein Kumpel Olli! (Der mich hier auch als Tiki fotografiert hat). Der Auftritt war wie eine Weltreise konzipiert, bei dem wir einmal die "Wüste" und einmal "Hawaii" dargestellt haben. wüste humuhumu

12.10.11

durchsteigen

according to circumstances

"Der sitzt den ganzen Tag auf der Straße und liest. Der ist auch kein Alkoholiker oder so, eher ein Aussteiger". Das Wort "Aussteiger" sagte er mit so einer Bewunderung, dass ich annehmen musste, ihm steigt der Druck zu Kopf. Endlich hat meine Freundin eine Arbeit gefunden, "ich steig jetzt ins System ein", lacht sie. Einsteigen ist wichtig, damit alles läuft. Aber was ist mit den Menschen, die nie einsteigen, weil sie sich um Haushalt, Kinder und Eltern, Kranke und Gestresste kümmern? Oder die nicht normal sind? Die sind abhängig von jemandem, der einsteigt. Aber Einstieg bedeutet nicht gleich Aufstieg. Eher oft Abstieg. Und dann sieht man die Aussteiger und möchte gar nicht erst einsteigen. Wo ist denn hier der Notausstieg? Wie soll man da noch durchsteigen? Ach, steigere Dich da doch nicht rein! Und zu was soll man die Kinder erziehen? Zu Einsteigern? Aussteigern? Am besten zu Quereinsteigern! Aber die gibt es ja nicht mehr, das waren die Menschen, die ihr Studium abgebrochen haben um in den Medien zu landen, nun auf ihren Sesseln sitzen und unbezahlte Praktika vergeben. "Steig bei uns ein und steigere Dich täglich!", lachen sie Dich an, dabei wisst Ihr beide, dass dieser Sessel nie mehr neu besetzt wird. Umsteigen ist das neue Zauberwort: Umsteigen auf grünen Strom, auf Öko-Produkte, auf DIY. Aber all das kommt mir so harmlos vor, dass ich mich flüchte ins Kindliche, etwas, was doch eigentlich nur ganz Alte tun. Dann wünsche ich mir, dass Du mir einen Luftballon schenkst, den wir gemeinsam steigen lassen, denn wo der hinfliegt, das lässt sich nicht steigern, zumindest glauben wir das in diesem Moment.
Foto: artelisa

10.10.11

Guten Abend Olli!

In drei Stunden hat mein Kumpel Olli Geburtstag, daher ist diese Montagsmontur für ihn. Ihr seht ihn auf dem Foto unten in einem "Timid Tiger"- Shirt. Olli hat jahrelang als Buchhändler gearbeitet und macht nun Postkarten mit seiner "edition bo", hier geht´s zu deren Webseite. Die Schiebermütze ist aus Manila von bench (nicht das Bench, was wir kennen), die Lederjacke aus Groningen von oasis, der Rock aus Madrid von Blanco, die Strumpfhose aus Wien von Calzedonia, Rolli von Benetton und Schuhe von tkmaxx. Nur, um nochmal zu demonstrieren, dass ich beim Reisen shoppingwütiger bin ;O) wearing a timid tiger t-shirt

7.10.11

Vegetarier der Liebe

Während meiner Magisterarbeit bin ich auf den Autor Pitigrilli gestoßen und habe ihn abgespeichert unter: "Unbedingt mal lesen, wenn Du Zeit hast", die hatte ich nun und bin sogleich großer Fan geworden von dem Italiener, der eigentlich Dino Segre hieß und in den 20er/30er Jahren skandalumwobene Bücher schrieb, die oft und lange verboten wurden. Sein bekanntester Roman heißt "Kokain", ich entschied mich für "Vegetarier der Liebe", wegen des Titels. Weil man nicht beschreiben kann, wie herrlich Pitigrilli beschreiben kann, kommen hier nun einige Textpassagen (zitiert aus der Rowohlt Ausgabe 1988):

"Mit einem Fleischesser zusammen am Tisch zu sitzen, ist so, wie mit einem Totengräber zu tanzen! rief die vegetarische Gräfin aus. Mit einem Vegetarier bei Tisch zu sitzen, ist soviel, wie mit einer frigiden Frau zu Bett zu gehen! replizierte der Fürst und erhob sich vom Tisch." (S. 9)
"Ihr Verhältnis dauerte schon einige Monate. Sie waren glücklich, wegen ihrer Leidenschaftslosigkeit hatte er ihr einen anmutenden Namen gegeben: Sanka. Man braucht kein Spezialist für Namensdeutungen zu sein, um zu wissen, daß Sanka der Name einer koffeinfreien Kaffeemarke ist." (S. 22)
"(...) werde ich meine Erfindung bekanntgeben; sie besteht in einem elektrischen Lämpchen, das man im Knopfloch trägt. Wenn jemand allein ist und nicht ohne stichhaltigen Grund angesprochen oder begrüßt werden will, während er an seine Angelegenheiten denkt, sich die Hand nicht von einer schweißigen Hand drücken lassen will, dann genügt es auf einen Knopf zu drücken, um die Lampe leuchten zu lassen. Das Gesetz wird es als Verbrechen ansehen, wenn jemand der Bestimmung zuwiderhandelt. Ich will für meine Erfindung keine Patente noch Belohnungen oder Anerkennung, ich will nur gleichfalls meine Lampe im Knopfloch tragen; aber ich verlange, daß meine Lampe fünfhunderttausend Kerzen stark ist, damit mein Verlangen, nicht belästigt zu werden, bereits in einem Umkreis von mehreren Kilometern kenntlich ist." (S. 73)
"Stellina ihrerseits zog es vor, sich im Essen Einschränkungen aufzuerlegen, statt auf ein Paar Schuhe zu verzichten, denn sie wußte, daß die erste Bedingung, um auf seine Mitmenschen Eindruck zu machen, die ist, über seine Verhältnisse zu leben." (S. 91)

3.10.11

Guten Abend Tim!

Heute hatte ich den ganzen Tag Tanzprobe, daher habe ich mir nur für den Weg etwas übergeworfen: Ein Shirt von H+M, Espadrilles von DOM und meine neue Jeans. Ich habe noch nie so schnell eine Jeans gekauft, lange war ich skeptisch ob der riesigen Werbekampagne von Levi´s Curve ID, aber siehe da: Das Modell für die weiblich Figur sitzt wie angegossen, kein Abstehen am Steißbein, kein Riesenhintern. Dieses schlichte Feiertagsoutfit widme ich meinem Kumpel Tim, der heute Geburtstag hat- alles Gute! Mit Tim habe ich jahrelang in einer Band gesungen (siehe Foto unten). izzybizzy Foto: Nils Windisch

2.10.11

Köln läuft

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