24.7.12

Guten Abend Grippe!


Joa, an den schönsten Tagen im Jahr mal ordentlich flach gelegen, prima. Dafür geht´s morgen nach Stockholm! Daher auch kommenden Montag keine Montur, aber dafür vielleicht bald ein paar Eindrücke aus Schweden. Adjö!


22.7.12

Joy, Petra Joy


Als ich das erste Mal einen Porno von Petra Joy sah, war ich positiv überrascht, denn "Frauenpornos" sind anders, kein grelles Licht, gruseliges Gestöhne und Geschlechtsteile wie unter einem Mikroskop, sondern all das, wofür Erotik steht: Gefühl, Stimmung, Spaß.

Allerdings erzeugt Joy eine Atmosphäre, die viele meiner Altersgenossinnen, mich eingeschlossen,  nicht oder nicht mehr sexy finden: Satin, Erdbeeren mit Sekt und Kerzen, viel Rot, viel Schwarz. Das besondere an Joy ist, dass sie sich dessen bewusst ist und immer wieder auch auf härtere und andere "Frauenpornos" ihrer Kolleginnen hinweist, nicht zuletzt durch ihre DVD Kompilation "Her Porn".

Nun hat Joy eine Art berufliche Autobiografie "Die Pornografin" herausgebracht. Sie ist sehr persönlich geschrieben, ein bisschen so, als würde man mit ihr in der Badewanne sitzen. Darauf muss man Lust haben, aber wenn man sich darauf einlässt, erfährt man erstaunliches über Chatrooms, Fotoshootings, Drehs, gruselige Pornos, Ehrlichkeit, Vertrauensbrüche und Freundschaften. Für die Feministin Joy sind Pornos von Frauen für Frauen eine Herzenssache, die eines lustvollen Herzens. Was impliziert dass das große Geld damit (als Frau) nicht zu verdienen ist, im Gegenteil. Besonders freut mich Joys ausführliche Nennung des Jungsheft im Buch.

Während meiner Magisterarbeit über ein Theaterstück im Schönheitssalon habe ich mich viel mit "Weiblichkeit als Maskerade" und dem männlichen Blick auf Weiblichkeit beschäftigt, so ist es wirklich revolutionär, dass Frauen ihre Art der Lust sichtbar machen und auch mal der Mann das "Objekt" ist. In diesem Zusammenhang ist Joy eine Schlüsselfigur und für mich so etwas wie eine Alice Schwarzer des Porno: man muss nicht alles mögen was sie macht, aber anerkennen und jederzeit schwesterlich verteidigen, was sie erreicht hat.

Übrigens: Joy hat auch interessantes zu diesem anderen Buch gesagt, über das gerade alle reden, hier.

Danke an den Heyne Verlag für das von mir angeforderte Rezensionsexemplar. 




16.7.12

Guten Tag Berlin!



Freudig auf dem Sprung nach Berlin zu meiner Herzensfreundin Maia.
Latzhose: H+M (alt)

13.7.12

Flohmarkt am Sonntag

Diesen Sonntag (15.07.) machen meine lieben Freundinnen Susi, Britta und ich Flohmarkt bei der Alten Feuerwache. Ja, trotz der Wettervorhersage, also kommt vorbei mit Punsch und aufmunternden Worten. Besonders Frauen mit Schuhgröße 36/37 sollten sich ihre Probiersöckchen anziehen, da hab ich einiges in petto. Wir sehen uns.

Foto: whimsy 

12.7.12

Wo geht´s hin?

Alles läuft richtig gut und dann schaue ich mich von außen an und prüfe. Und lache, weil ich das Leben so ernst nehme, aber geht es denn anders? Anders geht es doch nicht. Es ist mir nicht egal, wie die Farbe eines Autos und selbst die ist nicht unwichtig. Es ist mein Leben, alles, was der Mensch hat im Leben.

Langweilig ist mir nie, in stillen Stunden überlege ich mir: was ist das Hässlichste auf der Welt? Ich bin zu dem Ergebnis gekommen es ist eine Hawaiikette mit Plastikblumen in der Farbkombination Schwarz Rot Gelb. Und wenn die jetzt aber in einem Fashion Magazin abgebildet ist, an einer dürren 14-jährigen, die mich mit leicht geöffnetem Mund und leerem Blick anschaut, ist das sophisticated oder wie das heißt, also irgendwie so daneben, dass ich denken: ja, geil. Voll in die Fresse. Dann erinnere ich mich an meine Pubertät, die Dreadlocks, die Tank Girl Comics und die Flicken auf der Jeans und möchte irgendwem dafür danken, dass ich immer genau im jeweiligen Jetzt am liebsten lebe.

Macht doch auch Spaß älter zu werden. Erste Falten zeichnen Überlegenheit ab obwohl sie es vielleicht gar nicht sind. Vielleicht sollte ich mehr arbeiten, dann hätte ich weniger Zeit die Sekunden zwischen Blitz und Donner zu zählen. Der Tätowierer von gegenüber macht sich seinen leeren Kaffeebecher mit Regenwasser voll. Ein Pizzakarton wiegt sich in der großen Pfütze hin und her. Ich hole mir ein Kissen für meine Ellbogen.

9.7.12

Guten Tag Minga!



Bis vor kurzem wusste ich gar nicht, dass Minga München heißt. Dort war ich letzte Woche zwei Tage. Als ich bei Ludwig Beck durch die Agent Provocateur Abteilung schlenderte und mir überlegt, was ich mir alles nicht leisten kann, fing ich an über Geld nachzudenken. Das mache ich glücklicherweise selten, denn ich halte das für Zeitverschwendung. Menschen, die ständig über Geld reden, sind mir unsympathisch. Aber was bedeutet heute eigentlich "Karriere"? Karriere bedeutet doch schon einen sicheren Job zu haben, mit dem man zwei Kinder ernähren und bilden kann, mit dem man einmal im Jahr in den Urlaub fährt und im Supermarkt nach Geschmack und Lust, nicht nach Preis einkauft, dazu ein Strauß Blumen. Karriere machen aber nicht viele und man muss dafür auch nicht nur ein bisschen fleißig sein und an sich glauben, entweder man arbeitet 60 Stunden die Woche oder man geht über Leichen, fertig. Ausnahmen haben geerbt oder sind selten.
Jeans: Levi´s

6.7.12

I love Quiche


Eine Springform mit Backpapier und Blätterteig (eine Rolle aus dem Kühlregel) auslegen. 400 g Blattspinat und eine Zwiebel anschwitzen, rein damit. Dann 125 g Schafskäse in Würfeln und Pinienkerne dazu. 4 verquirlte Eier plus Salz und Pfeffer darüber gießen. 10 Cherrytomaten halbieren und drauflegen. Bei 200°C (vorgeheizt) ca. 30 min. backen, fertig. Guten Appetit.

3.7.12

Guten Abend EM!




Gespalten stehe ich diesem Ballsport gegenüber. Ich bin eine von diesen von echten Fans verhassten Fußball-Guckerinnen, die sich nur zur WM oder EM vor eine Leinwand setzen. Wenigstens lasse ich mich nicht über die Körper der Spieler aus, würden Männer das beim Fußball der Frauen tun, fände ich das ebenso daneben.
Ich war für Italien, zum einen weil "wir" dann gegen den Sieger rausgeflogen und irgendwie gefühlt zweiter geworden wären und zum anderen finde ich drei Mal Gold für eine Mannschaft in Folge irgendwie langweilig, aber felicidades Spanien.
Was ist das für eine Sportart, wo Fans sich prügeln? Wo über den süßen Sohn von Torres berichtet, seine Tochter aber komplett ignoriert wird? Darüber wurden schon viele soziologische Studien angefertigt und für mich ist Balotelli mit seiner Art der Jubel-Pose der Inbegriff von Fußball, diesem oft rassistischen, homophoben Geklüngel um jede Menge Geld. Von wegen Fair Play und gute Laune, Balotellis Blick steht für mich für genau den Kampf, der so hochstilisiert wird, mit Musik, mit herein geschnittenen Emotionen und mit den verschränkten Armen der Spieler, wenn die Aufstellung gezeigt wird. Dann ist mir das kurz immer richtig unangenehm mir das anzusehen, schnell noch ein Weizen bestellen.

Kleid: Sfera (Madrid), Leggins: Diedeling