22.6.13

La dolce vita

Leute, ich hau ab! Drei Wochen mit dem Bulli nach Sardinien.

Verabschieden möchte ich mich bei Euch mit einem meiner Lieblingslieder: "Puttin´on the Ritz". Das erste Mal habe ich den Song auf einer Kassette von Taco gehört und mag die Version bis heute am liebsten.

Hier geht´s zum Video.

Das mit dem Umgreifen muss ich noch üben, ansonsten erfreut Euch einfach an der Kreissäge von Seeberger oder der Bluse von Vivienne Westwood Anglomania.

Arrivederci!


12.6.13

Allergie aller

Das Bedürfnis die Haut abzuziehen, die spannt und juckt und kratzt und schuppt und pellt. Aber zum Vorschein käme das rohe Fleisch, das noch empfindlicher ist, es braucht doch die Haut. Dann eher in eine Wanne voll kaltem Wasser legen, sauberes Wasser, das alles beruhigt, aber einen nicht frieren lässt. Oder eine Art Gel, das einen Schutzmantel bildet, einen gut geschnittenen, der nicht klebt und gleichzeitig die Haare noch pflegt ohne sie fettig aussehen zu lassen. Mein Heilpraktiker sagt, wer heutzutage keine Allergie hätte, sei schon völlig abgestumpft. Bei allem, was uns umgibt, was auf unsere Haut einprasselt, was die Schleimhäute durchdringt und wir teilweise noch einmassieren, weil das schöner machen soll, da muss man doch reagieren. Und die Reaktion wird dann blockiert mit Tabletten, Spritzen, Nadeln, Tropfen, Spray. Doch irgendwann geht das nicht mehr, es ist zuviel. Frisches Blut, knallrot, landet auf dem schneeweißen Taschentuch, Herzklopfen. Ich will nicht mehr, schreit die Nase. Aber ich brauche sie frei für die Entspannungsübungen, die über die Atemwege gehen, also noch mehr Spray hinein.

Foto: nkwindisch

11.6.13

Guten Tag Preljocaj

Gestern Abend wurde es einfach zu spät für die Montagsmontur. Und frisch auch, daher konnte ich meine in Madrid günstig erworbenen Stiefeletten auf Bequemlichkeit prüfen und sie haben bestanden, puh.

Am Wochenende war ich in dem Tanzstück "1001 Nacht, les nuits" des französischen Choreographen Angelin Preljocaj. Tanz gucke ich einfach am liebsten, besonders mit so vielen Duetten. Passend zum Orient war das Stück heiß: viel (trainierte) nackte Haut, Bondage mit den Schläuchen von Wasserpfeifen und Gitterstreben, die sich als flexibel erwiesen, in die sich die Tänzer eingedreht haben. Frauen, die den Mittelfinger zeigen und Männer, die auf ihr gutes Stück hinweisen, alles zu "this is a man´s world" von Natacha Atlas. Das ist nicht besonders subtil, aber sehr unterhaltend. Die Kostüme entwarf der in Tunesien geborene Designer Azzedine Alaïa, dessen Modeschöpfungen derzeit im NRW Forum Düsseldorf zu sehen sind.




9.6.13

Karen Eliot´s Party

Wer ist Karen Eliot? werdet Ihr Euch vielleicht fragen.

Karen Eliot sind wir alle. Es handelt sich um ein kollektives Künstler-Pseudonym, worunter schon hunderte Menschen seit vielen Jahrzehnten einen Werkkörper schaffen.

So auch in Köln. Karen Eliot feiert Party mit allen Konventionen, die so dazugehören: gelangweilt an der Bar stehen, schlechte Anmachen, wildes Tanzen auf den Boxen, kotzen auf Toilette, der Flaschensammler, der nicht durchkommt ...

Du willst Teil davon sein? Schreibe Deine Performance-Idee an info@kareneliot.de oder gehe direkt zur facebook Seite.

Ende Juni ist es wohl im King Georg soweit und es gibt dann die Möglichkeit auch als echter Gast zu kommen.


7.6.13

Desde Madrid hasta el cielo

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... von Madrid aus direkt in den Himmel.

Sechs Jahre ist es jetzt her, dass ich in Madrid ein Auslandssemester gemacht habe und jetzt erst war ich wieder dort. Mit meiner lieben Freundin Nadia, die ich in einem Seminar über deutsche Kunstgeschichte an der Universidad Complutense de Madrid kennengelernt habe.

Madrid war für mich auch im Zusammenhang mit dem bloggen wichtig, denn dort liegen die Anfänge. Mein Bruder schlug mir vor in der Zeit ein blog zu schreiben. Zuerst war ich skeptisch, aber im Nachhinein sehr glücklich über "Sonntags in Madrid".

Viele haben Madrid, glaube ich, gar nicht so auf dem Zettel, es ist (zum Glück) keine reine Touristenstadt. In unserer Mini-Eurowings-Maschine von Lufthansa waren fast nur Geschäftsleute (Rüffel nochmal an Lufthansa, weil es kein vegetarisches Essen an Bord gab und man das wegen der Kürze des Fluges auch nicht im Vorfeld bestellen konnte.)

Madrid hat kein Meer, es ist laut, stickig und unglaublich langsam. Die Menschen laufen zu viert nebeneinander, machen kein Platz, Verkäuferinnen sind meistens unfreundlich. Aber ich habe diese Stadt von der ersten Sekunde an ins Herz geschlossen. Und hier folgen ein paar Gründe warum, in Form von Tipps. Dabei immer die Öffnungszeiten beachten, das meiste hat über Mittag geschlossen. Erstaunt war ich, dass es nach Jahren vegetarische Bratlinge in den Supermärkten gibt, allerdings schweineteuer. Wie Ihr sehen werdet, führen die links meistens zu yelp oder facebook Seiten, bei den Spaniern ist das mit dem Internet noch nicht so angekommen. Oder behaupten wir einfach mal, die besten Sachen brauchen keine website? Ach ja, und die Fotos haben teilweise so pinke Schlieren, da ich meine uralte Canon Ixus reanimiert habe, mega arty, oder? ;)

Kulinarisch:

Am besten startet man in den Tag in einer dieser typischen spanischen Restaurante/Cafeterias, die nach nix aussehen, in denen es eher dunkel ist und das künstliche Licht einem absurd vorkommt bei der Sonne draußen. Dort bestellt man an der Theke Kaffee und bollería, also ein süßes Teilchen, wahlweise Croissant, Napolitana (wie unser Schoko-Croissant oder mit heller "crema") oder Ensaimada, das typisch mallorquinische Fettgebäck. Dazu wird Besteck gereicht, was ich wunderbar finde. Man macht sich nicht die Hände schmutzig und fettig. Warum bekommt man in Deutschland so oft einen Kaffeelöffel zum Süßkram? Dadurch zerrupft man das Zuckerkunstwerk doch zu einem Schlachtfeld!

Ich behaupte mal, die besten bollerías gibt es bei Mallorquina, direkt bei der Puerta del Sol, oben sitzen.
Ein Stück Regenbogen-Torte gibt´s bei Colby in der Calle Fuencarral. Abends empfehle ich den Plaza de la paja (La Latina), dort gibt es jetzt sogar ein Restaurant mit vegetarischem Buffett: Viva la vida. Günstig essen im Sterne-Restaurant-Ambiente? Geht in der Finca de Susana.

Ausgehen:

Je nach Musikgeschmack finden sich viele Veranstaltungstipps in den zahlreichen Flyern, die im Mercado auf der Calle Fuencarral ausliegen. Oder sich einfach durch Malasaña treiben lassen, einen Cocktail im Ajenjo trinken oder tanzen im Tupperware. In den frühen Morgenstunden hauen sich die Madrilenen, nicht wie wir, noch Pommes und Burger rein, sondern gehen Churros con chocolate essen bei San Ginés, täglich 19-7 Uhr.

Sehenswertes:

Leute beobachten geht am besten und schönsten im großen Park Retiro. Leute beobachten, die Kunst beobachten unbedingt im Museo del Prado. Es gibt unzählige schöne Plätze, einer davon ist der Plaza Oriente, gleich um die Ecke vom Palast.

Einkaufen:

Sfera, Woman´s Secret, Hoss Intropia und, wer es sich leisten kann, Loewe, sind alles Geschäfte, die es bei uns so nicht gibt. Zu finden vor allem auf der Calle Fuencarral und zwischen den Metro-Stationen Callao und Sol. Dort ansässig ist auch das Kaufhaus El corte inglés, am besten durch den Supermarkt im Erdgeschoss stöbern. Alpargatas, bei uns besser bekannt als Espadrilles, gibt es in allen Farben und Größen im Casa Hernandez.