18.6.14

ungetragen #1 - Das Kostüm

Klamotten, die man länger als ein Jahr nicht trägt, soll man aussortieren?

Dann wäre mein Schrank um die Hälfte kleiner! Ich habe echt viele Klamotten und kann mich einfach nicht davon trennen, denn die Erfahrung zeigt: irgendwann bekommen sie ihren Auftritt, auch, wenn es Jahre dauert.

Das Gute daran: ich gehe wenig shoppen. Und ich behandle meine Kleidung gut, so dass sie oft schon Jahre hält.

Mir ist aufgefallen, dass Outfit-posts oft den Alltag nicht widerspiegeln und ich z.B. Fotos mit Hut mache, wo ich ihn doch eigentlich nur alle paar Monate mal trage.

Daher drehe ich hier mal den Spieß um und werde Euch zeigen, was ich gerade nicht trage. Und wer weiß, vielleicht werden die Teile dadurch ja mal wieder öfter ausgeführt.

Den Anfang macht dieses Kostüm. Ich habe es vor Jahren in einem Second-Hand-Shop in Wilhelmshaven gekauft. Meine Mutter hat in solchen Läden einen guten Blick und hat es mir vor die Nase gehalten. Dazu gehört noch ein ärmelloses Oberteil aus dem gleichen Stoff, ebenfalls in Dunkelblau/Weiß. Kostenpunkt: weiß ich nicht mehr, vielleicht 30-40 Euro (komplett). Und es sitzt wie angegossen, ich musste nichts daran ändern lassen. Bequem ist es auch noch. Klassisch sieht es obendrein aus und ich kombiniere es gerne zum Shirt+Sneaker. Die Marke heißt Apart, keine Ahnung, nix besonderes, glaub ich, so Katalog-Ware. Aber oft kommen Kleider, die keine hat und einfach super sitzen, genau aus diesem Bereich.

So, mal sehen, was ich als nächstes nicht trage.

6.6.14

Birlikte

Am Montag, den 09.06.14 jährt sich zum zehnten Mal der Nagelbombenanschlag auf der Keupstraße in Köln Mülheim.
Dazu gibt es ab 16 Uhr ein großes Konzert unter dem Motto "Birlikte - Zusammenstehen" gegen Rechts. Da kommen Künstler wie Udo Lindenberg, Carolin Kebekus oder Clueso, nur einige Gründe auf jeden Fall hinzugehen!

Hintergrundinfos von der website:


Am 9. Juni 2004 erschütterte ein Knall die Kölner Keupstraße. Hunderte glühend heißer Nägel schossen mit bis zu 770 km/h durch die belebte Geschäftsstraße und verletzten 22 Menschen zum Teil schwer. Dass niemand starb, grenzt an ein Wunder.

Die Anwohnerinnen und Anwohner vermuteten schon früh einen rassistischen Hintergrund – galt die Keupstraße doch als die zentrale Geschäftsstraße der türkischen Community. Doch die Ermittlungsbehörden gingen dem nicht nach: Nur einen Tag nach dem Attentat erklärte der damalige Innenminister Otto Schily, dass ein rechtsextremer Anschlag auszuschließen sei und die Täter im kriminellen Milieu zu vermuten wären. Auf der Keupstraße und in ihrer Umgebung wurde eine Rasterfahndung ausgeschrieben, die auf migrantische junge Männer ausgerichtet war.
Die Folgen für die Betroffenen waren dramatisch: Aus Opfern wurden Täter, die Verletzten und ihre Angehörigen stundenlang verhört, Türen eingetreten, Telefone abgehört. Die Geschäftsleute, die ohnehin unter den wirtschaftlichen Folgen des Attentats litten, bekamen in den folgenden Jahren verstärkt die Finanzprüfung ins Haus geschickt.
Sieben Jahre dauerte diese Tortur aus Verdächtigungen und Misstrauen, das schließlich auch die Keupstraße selbst erfasste. Die einseitigen Ermittlungen und entsprechenden Medienberichte ließen die Betroffenen nicht nur verstummen – ihre rassistischen Zuschreibungen setzten auch fort, was die Bombe begonnen hatte.

Erst im November 2011 wurde klar, dass der versuchte Massenmord auf das Konto des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ging. Die Selbstenttarnung des rechtsextremen Terrortrios war der deutlichste Beleg für die krasse Fehleinschätzung der Ermittlungsbehörden. Umso mehr gilt es nun, zehn Jahre nach dem Anschlag, den Betroffenen in der Keupstraße endlich Gehör zu schenken und das Schweigen zu brechen.